Mittwoch, 20. August 2003

Israel droht mit Liquidierung weiterer Hamas-Führer

  • Radikalislamisten schwören blutige Rache

Nach der Aufkündigung der Waffenruhe im Nahen Osten droht eine neue Eskalation der Gewalt. Israel kündigte am Freitag die Liquidierung weiterer Hamas-Führer an, sollte es zu neuen Anschlägen kommen. Genau diese stellte die radikalislamische Organisation bei der Beerdigung ihres am Donnerstag getöteten Führungsmitglieds Ismail Abu Shanab in Aussicht.

Der israelische Regierungssprecher Avi Pasner nannte die gezielte Tötung von Extremisten eine legitime Strategie der Selbstverteidigung. Nach Verlautbarungen aus Militärkreisen soll sie wieder verstärkt zum Einsatz kommen, falls es die Palästinensische Autonomiebehörde versäumt, die radikalen Gruppen zu entwaffnen und ihre Mitglieder zu verhaften.

Im Gazastreifen hatten schon am Donnerstagabend zahlreiche Hamas-Anhänger bei einer Demonstration Rache für den Tod von Abu Shanab geschworen. Bei der Beerdigung am Freitag wurde der Ruf nach Vergeltung noch lauter. Führende palästinensische Politiker warfen Israel vor, mit dem tödlichen Angriff die Bemühungen um ein Ende der Gewalt torpediert zu haben. Die Autonomiebehörde habe bereits an einem Plan gearbeitet, um die Waffenruhe zu retten und die militanten Gruppen unter Kontrolle zu bringen, erklärte ein Sprecher von Sicherheitschef Mohammad Dahlan. Der Tod Abu Shanabs habe dies jedoch zunichte gemacht.

Die israelische Regierung hatte den Raketenangriff auf den Hamas-Führer als Vergeltung für den Selbstmordanschlag vom Dienstag verteidigt, bei dem in Jerusalem 20 Menschen getötet worden waren. Hamas und Islamischer Dschihad hatten dieses Attentat wiederum als Racheakt für eine frühere Liquidierungsaktion seitens Israels gerechtfertigt.

(apa)

20.8.2003 19:07