Trotz Attentat auf UNO: Mitarbeiter bleiben im Irak
- Bombe in Bagdad: Mindestens 24 Tote!
- PLUS: Die BILDER vom verheerenden Anschlag!
·Die BILDER
Anschlag auf UNO- Zentrale in Bagdad
·Pressestimmen
USA sind im Irak offenbar gescheitert
·"Most wanted"
Wer gefasst ist und wer gesucht wird!
·Anschlagsopfer
De Mello erfahrener Konfliktmanager
Mindestens 24 Tote, mehr als 100 Verletzte forderte der Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad. Unter den Opfern: Der UNO-Sonderbeauftragte für den Irak de Mello. Doch entgegen ersten Meldungen wird die UNO im Irak bleiben. Es sei kein Abzug von Personal vorgesehen, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan. Die Arbeit zur Hilfe für das irakische Volk werde fortgesetzt. Damit widersprach er einem UN-Sicherheitsbeamten, der erklärt hatte, alle für die Vereinten Nationen in Irak arbeitenden Ausländer würden nach Amman ausgeflogen. Wegen des Anschlags brach Annan seinen Urlaub in Finnland ab.
Die ausländischen Mitarbeiter der UN im nordirakischen Mossul waren am Dienstagabend aus Sicherheitsgründen in die weiter östlich gelegene Stadt Erbil gebracht worden, wie ein irakischer UN-Mitarbeiter in Mossul sagte. Erbil liegt in der kurdisch besiedelten Region Nordiraks, die seit dem Golfkrieg 1991 nicht mehr unter der Kontrolle der Regierung von Saddam Hussein stand und von kurdischen Gruppen verwaltet wurde. Die Region gilt heute als die sicherste des ganzen Landes.
Ein Sprecher der US-Armee in Bagdad betonte unterdessen, dass die UN selbst für ihre Sicherheit verantwortlich seien. Die Organisation habe einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt, ihr Gelände in Bagdad zu schützen. Die US-Zivilverwaltung kündigte unterdessen eine Überprüfung ihrer Sicherheitsmaßnahmen an. Die Sicherheit wird besser, aber wir werden unsere Sicherheitsvorkehrungen überprüfen, sagte ein Sprecher von Zivilverwalter Paul Bremer in Bagdad. Es gebe aber keinen Plan, die derzeitigen Truppenkapazitäten von etwa 150.000 Mann aufzustocken.
Der schwerste Anschlag in der UN-Geschichte
Beim schwersten Anschlag in der Geschichte der UNO wurden am Dienstagnachmittag mindestens 17 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. In den Trümmern des Canal-Hotels starb auch der UNO-Sonderbeauftragte für den Irak, der Brasilianer Sergio Vieira de Mello.
Wer hinter dem Anschlag steckt, war in der Nacht zum Mittwoch weiter unklar. US-Zivilverwalter Paul Bremer vermutete Extremisten aus dem Ausland als Urheber. Der Anschlag wurde weltweit mit Bestürzung und Trauer aufgenommen.
Die Vereinten Nationen haben unterdessen die Namen von sieben Mitarbeitern veröffentlicht, die bei dem Bombenanschlag auf die UNO-Zentrale in Bagdad getötet wurden. Sie stammten aus Brasilien, Ägypten, Großbritannien, Kanada, den USA und von den Philippinen. (APA/red)
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