Montag, 18. August 2003

Israelischer Rückzug wurde verschoben

Der für kommende Woche geplante Abzug der israelischen Armee aus den palästinensischen Städten Kalkilija und Jericho ist verschoben worden. Ein Treffen von Sicherheitsvertretern beider Seiten sei am Sonntag gescheitert, sagte ein palästinensicher Sprecher. Die Gespräche sollen am Dienstag fortgesetzt werden.

Die Gespräche seien gescheitert, weil Israel darauf bestehe, Kontrollposten vor den Ortsausgängen der beiden Städte aufrecht zu erhalten. Damit würde sich in Jericho und Kalkilia de facto nichts ändern, denn in den Städten selbst sind derzeit sowieso keine israelischen Truppen präsent. Eine israelische Militärsprecherin bestätigte die Vertagung der Gespräche, wollte sich zu den Gründen jedoch nicht äußern.

In Kalkilia sollen die Sperren nur abgebaut werden, wenn die Palästinenser mit der Zerschlagung militanter Organisationen beginnen. Dies lehnt die palästinensische Regierung aus Furcht vor einem Bürgerkrieg ab.

Im Umgang mit militanten Palästinensern wurde jedoch ein Kompromiss erreicht, wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete. Demnach könnten mutmaßliche Extremisten in ihren Heimatorten bleiben und würden nicht von Israel festgenommen. Die palästinensische Autonomiebehörde wäre für sie verantwortlich. Voraussetzung sei, dass sie keine Anschläge verübten. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, der palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan habe zugesagt, Anschläge zu verhindern. (APA)

18.8.2003 07:40