Montag, 18. August 2003

"Unfall": Kameramann im Irak von US-Soldaten getötet

  • Kamera wurde anscheinend für eine Waffe gehalten
  • Immer wieder Anschläge und Zwischenfälle im Nachkriegs-Irak

Die tödlichen Schüssen auf einen Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters bei Bagdad kamen von US- Soldaten. Laut US-Verteidigungsministerium ist der Tod Mazen Danas möglicherweise auf einen Fehler von US-Soldaten zurückzuführen. Die Soldaten hätten den Palästinenser möglicherweise falsch identifiziert, sagte ein Pentagonsprecher am Sonntag.

Der 41-Jährige sei erst nach dem Zwischenfall vor dem Gefängnis Abu Gharib westlich der irakischen Hauptstadt als Reporter identifiziert worden. Das US-Militär habe Ermittlungen aufgenommen.

Ein Reuters-Tonassistent hatte zuvor berichtet, der Kameramann sei von Soldaten auf einem US-Panzer erschossen worden. Danas letzte Aufnahmen zeigten einen Panzer, der auf die Kamera zufuhr. Aus Richtung des Panzers ertönten Schüsse und die Kamera fiel zu Boden.

Danas Tonassistent sagte, er habe vor dem Zwischenfall einen US-Soldaten in der Nähe des Gefängnisses um ein Interview mit einem Offizier gebeten. Der Soldat habe gesagt, dies sei nicht möglich. "Sie haben uns gesehen und wussten, wer wir waren und was wir vorhatten", sagte Shyoukhi. Daraufhin habe der Soldat Filmaufnahmen vom Gefängnis gestattet. "Nachdem wir gedreht haben, gingen wir zum Auto und wollten wegfahren, als sich ein Konvoi näherte, der von einem Panzer angeführt wurde. Mazen stieg aus dem Auto, um zu drehen", sagte Shyoukhi weiter.

Dana sei einige Meter gegangen und von den Soldaten gesehen worden. Ein Soldat habe dann vom Panzer auf sie geschossen. Mit dem Tod des Palästinensers Dana stieg die Zahl der seit Beginn des Kriegs im Irak getöteten Journalisten auf 17. (APA)

18.8.2003 07:36