Sonntag, 24. August 2003

Doping-Vorwürfe: Lichtenegger denkt nicht an FP-Rücktritt

  • Kärntner Sport-As sitzt für die Freiheitlichen im Nationalrat
  • FP-Chef Haupt ist von Lichteneggers Unschuld überzeugt

Der bekannte Kärntner Leichtathlet Elmar Lichtenegger wurde bei einer unangemeldeten Doping-Probe "erwischt". Er sieht aber keinen Grund, als FPÖ-Abgeordneter zurückzutreten. Schließlich bleibt er dabei: "Ich bin unschuldig". Die positive A-Probe ist die Folge einer Verunreinigung in einem völlig legalen Aufbau-Ergänzungsmittel, wie es viele Sportler verwenden.

Lichtenegger ist Sport- und Jugendsprecher der Freiheitlichen im Nationalrat. "Ich denke über Konsequenzen überhaupt nicht nach, weil ich mich nicht schuldig fühle", erklärte er.

Beim ÖLV-Athleten waren - wie am Samstag bekannt wurde - bei einem unangekündigten Test Anfang Juni Metaboliten von Norandrosteron festgestellt. Die Spuren der verbotenen Substanz stammen vermutlich von dem Nahrungsergänzungsmittel Mega Ribosyn 1100, welches er über eine Wiener Firma (Vitaminexpress) erworben hatte.

Auch Hobbysportler verwenden das Mittel!
"Als Nationalrat werde ich mich massiv gegen Firmen einbringen, welche solche Produkte auf den Markt bringen", sagte der Sportler. "Sie sind für Jedermann erhältlich, das ist die eigentliche Sauerei. Denn viele Hobbysportler und Jugendliche verwenden Mega Ribosyn 1100."

Freiheitliche: "Unschuldsvermutung"
Keinen Grund für einen Rückzug Lichteneggers aus dem Parlament sieht man bei den Kärntner Freiheitlichen. "Vorerst gilt für ihn einmal die Unschuldsvermutung", erklärte Parteisprecher Siegfried Jost. "Denn, wie es Lichtenegger darstellt, ist er unschuldig."

Auch FPÖ-Chef Vizekanzler Haupt steht voll hinter Lichtenegger: "Ich halte ihn für gescheit genug, dass er mit Doping nichts zu tun hat", erklärte er. "Daher glaube ich auch, dass er unschuldig ist."

Opposition fordert Lichteneggers Kopf
Konsequenzen werden von der SPÖ-Kärnten gefordert, sollte auch die B-Probe positiv sein. "Sollte sich der Verdacht erhärten und auch die B-Probe Metaboliten enthalten, wäre Lichtenegger als Nationalrat untragbar", meint SP-Landesgeschäftsführer Herbert Würschl. (apa, red)

24.8.2003 12:17