Donnerstag, 21. August 2003

Tierschutzhäuser platzen wieder aus allen Nähten

Des einen Freud, des anderen Leid: Einmal mehr ist die Urlaubszeit vielen Haustieren zum Verhängnis geworden. Viele Besitzer machten sich erst gar nicht die Mühe, ihre Schützlinge bei Verwandten oder in einer Pension unterzubringen, sondern setzten sie kurzerhand am nächsten Autobahn-Rastplatz oder auf der Schwelle eines Tierheims ab. Die "klassischen" Opfer solcher Aktionen sind Hunde und Katzen.

In Wien ist die Situation laut Markus Hübel vom Wiener Tierschutzhaus diesen Sommer besonders prekär. 2.500 Vierbeiner sind allein in den Urlaubsmonaten Juni/Juli aufgenommen worden, teilweise mussten an einem Tag 450 Hunde betreut werden. Hübel rechnet allerdings mit einer Entspannung der Situation im Herbst, da es nach der Sommer- und Urlaubszeit wieder mehr an der Aufnahme eines Tieres Interessierte gebe.

Auch das Linzer Tierheim platzt aus allen Nähten. Rund 80 Hunde - hauptsächlich Findlinge - warten hier auf ihre Besitzer. "Meistens vergeblich", wie die Leiterin, Renate Bauer, berichtete. Auch etwa 130 Katzen bevölkern zur Zeit das Linzer Tierheim.

"Es ist jedes Jahr dasselbe. Im Sommer und in der Nachweihnachtszeit bekommen wir verstärkt ausgesetzte Tiere ins Heim", teilte Fritz Lichtenegger vom Landestierschutzverein Steiermark mit. Den größten Anteil hätten Hunde, gefolgt von Katzen. Aber es kommen auch Meerschweinchen, Hamster und andere Kleintiere, die als Haustiere gehalten werden.

Dabei gibt es laut dem Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins genügend Möglichkeiten, die Vierbeiner während der ferienbedingten Abwesenheit kostengünstig unterzubringen. "Von billigen Tierpensionen bis zu Tier-Luxushotels ist da für jede Geldbörse etwas dabei." (APA/red)

21.8.2003 11:44