Mittwoch, 20. August 2003

Transit-Streit: Gorbach will Lkw mit Verordnung stoppen

  • Tempolimit oder Fahrverbot bei zu hoher Schadstoffbelastung
  • Letzte Tiroler Fahrverbote waren von EU aufgehoben worden

Österreichs Politik will im Transit-Streit weiter nicht aufgeben! Infrastrukturminister Gorbach will mit einem neuen Verkehrsleitsystem den Verkehrsfluss regeln, Unfälle verringern und das Transitproblem "entschärfen". Zur Schadstoffreduktion kann sich Gorbach auch Tempo-Beschränkungen bei Lkws vorstellen.

Mit dem Bau der so genannten Verkehrs-Beeinflussungsanlagen (VBA) soll im September 2003 in Tirol begonnen werden, kündigte der Minister am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Innsbruck an. Bis Ende 2008 soll das österreichweite Gesamtprojekt fertig gestellt sein.

Geplant ist ein schrittweiser Ausbau der VBA, bei dem insgesamt 722 Streckenkilometer des Autobahn- und Schnellstraßennetzes abgedeckt werden sollen. Rund 200 Millionen Euro beträgt das gesamte Investitionsvolumen.

Mit dem Verkehrsleitsystem könnte laut Gorbach die Anzahl der Verkehrsunfälle um 35 Prozent verringert werden. Die Verkehrssicherheit würde zudem erhöht.

In Tirol bestehe zusätzlich die Möglichkeit, das geplante Verkehrsleitsystem mit Schadstoff-Messstellen zu koppeln. Diese Maßnahme könne eine "epochale Angelegenheit" sein, meinte der Infrastrukturminister. Die Kombinationsmöglichkeit sei EU-rechtlich "unantastbar".

In der ersten Stufe ist die VBA für den Bereich Vomp bis Zirl auf der A 12 (Inntalautobahn) sowie auf der A 13 (Brennerautobahn) geplant. 30 Millionen Euro wurden dafür veranschlagt. Als weiteren Schritt könnte sich Gorbach eine Ausdehnung auf das gesamt Unterinntal vorstellen. "Damit könnte bei Schadstoffüberschreitungen rasch und flexibel reagiert werden", betonte der Minister. Fahrzeuggruppen wie Lkw-Euro-Klassen "0" oder "1" sollen dann angehalten werden. Auch Tempo-Beschränkungen seien vorgesehen. Die Kontrolle könnte ab Ende 2004 mittels Mautsystem erfolgen. (apa)

20.8.2003 14:07