Armut: Jeder 4. musste schon frieren oder hungern!
- Jeder Zweite kann sich vorstellen, in Finanz-Not zu geraten
- Studie beweist: Armut mach physisch krank (siehe Kasten)
Erschreckende Studie über Armut im doch angeblich so reichen Österreich: Jeder vierte Österreicher hat schon einmal gehungert oder gefroren, weil er kein Geld hatte. Und: Gut jeder Zweite kann sich vorstellen, künftig selbst einmal in eine finanzielle Notlage zu geraten.
Das ist das Ergebnis einer Ende Juni/Anfang Juli vom Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS durchgeführten Umfrage bei mehr als 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen.
Die Erfahrung von Not ist in erster Linie eine Frage des Alters: Von den Personen über 50, die sich vielfach noch an die bitteren Nachkriegsjahre erinnern können, erklärten bei der Umfrage 42 Prozent, dass sie schon einmal aus Geldmangel hungern oder frieren mussten, von der Generation zwischen 16 und 29 dagegen nur zwölf Prozent. Abgesehen von den Senioren berichten auch 36 Prozent der einfachen und ungelernten Arbeiter über schwere Notlagen.
IMAS stellte den Österreichern weiters die Frage, ob sie sich rein theoretisch vorstellen können, in Zukunft einmal in eine wirklich ernsthafte finanzielle Notlage zu geraten. 56 Prozent schließen eine solche Situation nicht völlig aus und halten sie zumindest "eventuell" für denkbar. Darunter befinden elf Prozent, die so einen Notstand sogar für ziemlich realistisch halten, indem sie erklärten, sich eine solche Situation "bestimmt" vorstellen zu können.
Zwei Prozent der Befragten - das entspricht rund 132.000 Österreichern - gaben sogar an, sich bereits in einer akuten finanziellen Krise zu befinden. Übrig blieben 32 Prozent der Befragten, die sich so abgesichert fühlen, dass sie einen Geldnotstand ganz und gar ausschließen können sowie zehn Prozent, die sich zu dem Problem nicht äußern wollten. (APA/red)
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