Dienstag, 19. August 2003

Haupt schließt Zusammenarbeit mit SPÖ nicht aus

  • Vorgezogene Neuwahl aber "nur im äußersten Notfall"
  • Haupt plädiert weiter für Vorziehen von Teilen der Steuerreform

FPÖ-Obmann Haupt schließt eine Zusammenarbeit mit der SPÖ unter Gusenbauer nicht aus. "Ich kann mir durchaus eine Zusammenarbeit vorstellen", sagt Haupt in einem Interview mit der APA Montag Abend am Rand des Europäischen Forum Alpbach. "Nach den Umfragen würde es sich zur Zeit sogar ausgehen", unterstrich Haupt. Vorgezogene Wahlen, betonte er, kämen für ihn jedoch "nur im äußersten Notfall in Frage".

"Ich komme aus einem sozialen Bereich, in dem ich immer die Zusammenarbeit mit den Sozialisten gepflogen habe", unterstrich Haupt. Besonders guten Kontakt habe er etwa zum früheren SP- Sozialminister Hesoun, dessen "Handschlagqualität" er immer geschätzt habe. "Wenn in der Sozialdemokratie solche Leute wieder das Sagen haben, dann sehe ich eine Zusammenarbeit gleich möglich wie mit der ÖVP", so der FPÖ-Chef.

Lob von Haupt kommt auch für den derzeitigen SP-Obmann Gusenbauer. "Ich glaube, dass der Kollege Gusenbauer reformatorische Schritte in Österreich setzen würde, wenn ihn nicht der linke Flügel in der SPÖ massiv einbremsen würde", meint er.

Allerdings unterstrich Haupt auch, sein "Credo sei es, die Legislaturperiode durchzuarbeiten". Der äußerte Notfall würde nur bei einem "Stillstand in Österreich" eintreten, wenn "Vorhaben die vereinbart und paktiert sind, nicht mehr weitergehen". Haupt verwies dabei inhaltlich auf das Regierungsprogramm. Als wichtigste Frage bezeichnete er, dass "Innovation und Technologie in Österreich endlich vorangetrieben" werde.

Was den Streit um die geforderte vorgezogene Steuerreform betrifft, legte sich Haupt hingegen nicht so explizit fest. Dennoch betonte er erneut den "dringenden Wunsch" der Freiheitlichen, "zwischen dem 1.1.2004 und der großen Steuerreform 2005 notwendige Zwischenschritte zu machen". (APA/red)

19.8.2003 08:08