Montag, 18. August 2003

Neuer Gesundheits-Check: Ärzte begrüßen Waneck-Vorschlag

  • Auch SPÖ und Grüne stehen Anregung positiv gegenüber
  • Neu: alters- und geschlechtsspezifische Schwerpunkte

Auf positive Reaktionen stößt die von Gesundheitsstaatssekretär Waneck geplante Modernisierung der Gesundenuntersuchung. Der Vorschlag wurde von der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK), dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger sowie SPÖ und Grünen begrüßt. Laut Waneck ist das derzeitige System "antiquiert".

Seit Anfang 2003 wird laut Hauptverband die bisherige Vorsorgeuntersuchung im Rahmen eines groß angelegten Projekts einer kritischen Prüfung unterzogen. Der neue Check werde sich erstmals an Vorsorgezielen und nicht nur an Untersuchungen orientieren, sagte Hauptverband-Sprecher Josef Kandlhofer in einer Aussendung.

"Für jeden Untersuchten soll am Ende einer Vorsorgeuntersuchung ein Risikoprofil erstellt werden. Mit dessen Hilfe und der Zuordnung zu einer Risikoklasse - wie z.B. familiäre Belastungen, ungesunder Lebensstil - soll das Bewusstsein für die Eigenverantwortung gestärkt werden", erklärte der Sprecher.

Für ÖÄK-Präsident Brettenthaler seien vor allem alters- und geschlechtsspezifische Schwerpunkte erforderlich. Auch er ist der Meinung, dass der Vorsorgecheck stärker auf das gewandelte Risikoprofil der Bevölkerung Bedacht nehmen muss. "Wichtig wäre etwa eine gezielte Melanomprophylaxe oder ein spezieller Lungenfunktionstest", so der Ärztechef.

"Die besten Vorsorgemaßnahmen nützen nichts, wenn sie von den Betroffenen nicht in Anspruch genommen werden. Es muss geprüft werden, welche Anreize wirksam und einfach zu verwalten sind, damit die Menschen noch stärker als bisher zur kostenlosen Gesundenuntersuchung kommen", meinte Salzburgs Gesundheitsreferentin LHStv. Gabi Burgstaller (S) . Unterstützung kam auch von den Grünen. Die Einführung moderner Vorsorgetests entspreche einer langjährigen Forderung der Grünen, erklärte Gesundheitssprecher Kurt Grünewald.

(APA)

18.8.2003 10:43