Sonntag-Shopping: Kritik aus allen Lagern an Grasser!
- Finanzminister für totale Liberalisierung der Öffnungszeiten
·ÖVP-Finz
Für 72 Stunden shoppen in Wien
Auf massiven Widerstand stieß Finanzminister Grasser Mitte August mit seinem Wunsch nach einer "kompletten Liberalisierung" der Geschäftsöffnungszeiten. Grasser wollte auch den Sonntag nicht ausnehmen. Es hagelte Kritik aus allen Lagern! Auch von der ÖVP.
"Österreich gerät ins Hintertreffen, wenn die Ladenöffnungszeiten nicht freigegeben werden. Es ist entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg, wann die Kundschaft einkaufen kann. Wochenend-Touristen dürfen nicht vor geschlossenen Geschäften stehen", sagte Grasser in einem "Krone"-Interview. Zu einem attraktiven Einkaufsstandort reichen laut Grasser auch die reformierten Einkaufszeiten nicht.
Freilich müssten soziale Fragen berücksichtigt werden, schränkte Grasser ein. "Es darf zu keiner Schlechterbehandlung der Arbeitnehmer führen". Durch verlängerte Öffnungszeiten würden aber auch Arbeitsplätze geschaffen.
FP-Walch empört
Der freiheitliche Arbeitnehmervertreter und stellvertretende Bundesparteiobmann Max Walch meinte dazu: "Diesen Wunsch kann er meinetwegen ans Christkind richten, aber auch das wird nur konsterniert den Kopf schütteln", sagte Walch. Eine völlige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten sei arbeitnehmerfeindlich, familienfeindlich und wirtschaftsfeindlich. Als besonders empörend empfindet Walch die Forderung Grassers nach Sonntagsöffnung.
SPÖ: "Zynismus und Hartherzigkeit"
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos: Jetzt eine totale Ladenöffnung zu verlangen und nicht einmal vor dem arbeitsfreien Sonntag zurückzuschrecken, "ist an Zynismus und Hartherzigkeit nicht mehr zu überbieten". Gerade die mehr als 200.000 im Handel beschäftigten Frauen würden mit erheblichen Verschlechterungen ihrer Arbeits- und Lebenssituation konfrontiert. (apa)
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