Samstag, 16. August 2003

Milliardenschäden durch Stromausfall in USA

Der größte Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas kostet die US-Wirtschaft nach Einschätzung von Experten jeden Tag möglicherweise einen zweistelligen Milliardenbetrag. Die Ausfälle in Produktion und Handel könnten sich im schlimmsten Fall auf täglich 25 bis 30 Milliarden Dollar summieren. Das hat das Investmenthaus Merrill Lynch berechnet.

Wenn ein Teil des Landes geradezu "abgeschaltet" werde, koste dies rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sagte US-Chefökonom Rosenburg. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal werde deshalb möglicherweise nicht über drei Prozent hinauskommen, schätzte das Investmenthaus.

Betroffen sei vor allem die Autoproduktion wie im Großraum Detroit, wo am Freitag zahlreiche Fließbänder stillstanden. Aber auch in Unternehmen und Dienstleistungsbetrieben erreichten viele Mitarbeiter nicht ihren Arbeitsplatz, war der Internet-Zugang unterbrochen und der Kontakt mit Kunden und Händlern gestört. U- Bahnen blieben stehen, zahlreiche Flugzeuge am Boden.

Die Kosten für die Privathaushalte dürften aber zu bewerkstelligen sein, sagte Sung Won Sohn von der Wells Fargo Bank in Minneapolis. Die Analysten rechneten damit, dass die Stromversorgung bald wieder hergestellt sei, sodass sich auch die Kosten für die Gesamtwirtschaft in Grenzen halten würden.
(apa)

16.8.2003 07:32