King of Kitsch: Ronnie Seunig baut sein Millionenreich um
- Duty-Free-Paradies "Excalibur" bekommt ein neues Gesicht
- Zocken und shoppen: Im Weinviertel entsteht "Little Las Vegas"

Die Termine von Ronnie Seunig, sind dicht gedrängt. Doch dank seines jung gebliebenen Gemüts meistert der Besitzer des grenznahen Duty-Free-Paradieses "Excalibur City" bei Kleinhaugsdorf auch schwierige Situationen spielend. Wie etwa die Bestimmung der EU, dass bis 1. Mai 2004 alle Duty-Free-Geschäfte an Österreichs Grenzen verschwinden müssen. Für den Exkellner aus Horn würde diese EU-Bestimmung 40 Prozent Einbußen von 55 Millionen Euro Gesamtumsatz bedeuten.
Seunig, der schon mit 18 beschloss, reich zu werden, hat gegen den drohenden Kaufkraftabfluss bereits ein Rezept: Seinen Shoppingtempel an der tschechisch-niederösterreichischen Grenze, der einer Märchenwelt gleicht, baut der Selfmademan nun zu einem "Little Las Vegas" aus.
Ende September eröffnet das Designer-Outlet-Center "Freeport" mit 70 Shops, die an 365 Tagen im Jahr täglich bis 22 Uhr offen halten werden. Die Betreiber, die englische Freeport-Gruppe, investiert in das 22.500 Quadratmeter große Shoppingareal 43 Millionen Euro.
Erst zocken, dann shoppen
Im Oktober wird die zweite Spielhölle namens "Paradies- Casino Admiral" eröffnet. Betreiber ist der österreichische Spielautomatenhersteller Novomatic, der mit 140 Slotmaschinen und zwölf Live-Tischen um die Gunst der Kunden buhlen wird. Dessen Konkurrent "American Chance Casino" ist derweil mit der Planung eines Hotels beschäftigt. Gemäß dem Motto: erst zocken, dann shoppen.
Um Little Las Vegas auch für die kleinen Gäste attraktiv zu machen, plant Seunig einen 131.000 Quadratmeter großen Themenpark, dessen Errichtung 50 Millionen Euro verschlingen wird.
Jährlich 5 Millionen besucher
Das Geld für die Großinvestition kann Seunig offenbar aus der Portokasse bestreiten. "Ich kann völlig sorglos leben. Meine City ist ohne Schulden, und ich bin weit über mein Dasein hinaus finanziell abgesichert", gibt der passionierte Taucher ohne Umschweife zu.
Heute kommen jährlich fünf Millionen Besucher in das Zoll- und Schnäppchenparadies, das Seunig 1993 mit seinem Partner Jaroslav Vlasák gründete, und kaufen jährlich Waren um 55 Millionen Euro ein. 40 Prozent beträgt der Duty-Free-Anteil, den Rest erzielt Seunig mit 40 weiteren Betrieben.
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