Keine Besserung: Deutschland steckt in der Rezession
- Auch Italien stagniert bei seinen Wirtschaftsleistungen
- In Euroland ist die Rezession auf dem Vormarsch
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Die deutsche Wirtschaft steckt in der Rezession. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, sank die Wirtschaftsleistung im Zeitraum von April bis Juni im zweiten Quartal in Folge. Das Bruttoinlandsprodukt als Summe der in Deutschland erwirtschafteten Waren und Dienstleistungen verringerte sich gegenüber dem ersten Vierteljahr nochmals um 0,1 Prozent. Auch im Jahresvergleich gab es einen Rückgang von 0,6 Prozent.
Belastend für die Wirtschaftsentwicklung waren im 2. Vierteljahr die Exporte. Der Rückgang der Ausfuhren fiel weit stärker aus als die Abnahme der Importe. Dies führte zu einer Verringerung des Exportüberschusses und bremste die Konjunktur. Diese negative Entwicklung konnte nicht von der nur leichten Erhöhung der inländischen Verwendung ausgeglichen werden.
Schwächer als angenommen
Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr noch schwächer gewachsen als bisher angenommen. Das Statistische Bundesamt korrigierte am Donnerstag sowohl die Wachstumszahlen für das erste Quartal wie auch für das dritte Quartal 2002 nach unten.
Statt um 0,3 Prozent stieg das Bruttoinlandsprodukt zum Vorquartal demnach zwischen Jänner und März nur um 0,2 Prozent und zwischen Juli und September statt um 0,3 um nur um 0,1 Prozent. Für das zweite und vierte Quartal blieben die Zahlen mit 0,2 und einem Nullwachstum unverändert. Die Wachstumszahl für das Gesamtjahr von 0,2 Prozent werde die Behörde dennoch nicht ändern.
Euroland stagniert
Im Euroland ist in den vergangenen Monaten die Rezession auf dem Vormarsch gewesen. auch in Italien, neben Deutschland eines der beiden Kernländer der Eurozone, schrumpfte die Wirtschaft in zwei Quartalen hintereinander, berichtete die Europäische Statistikbehörde Eurostat in einer Schätzung zum zweiten Vierteljahr 2003. Die Niederlande verblieben in der Rezession, die schon Ende vergangenen Jahres eingesetzt hatte.
Im Euroland mit 12 Mitgliedern sowie in der gesamten EU mit 15 Staaten stagnierte die Wirtschaft von April bis Ende Juni im Vergleich zu den drei Vormonaten mit einer Rate von 0,0 Prozent. Für Deutschland betrug die Rate minus 0,1 Prozent nach minus 0,2 Prozent zuvor. Vor allem im angelsächsischen Raum, aber auch auf EU-Ebene sprechen viele Ökonomen von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei Quartalen im Folge abnimmt.
"Es ist deutlich: Das sind keine guten Zahlen", kommentierte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Die Entwicklung sei aber erwartet worden. In der Tat hatte EU-Währungskommissar Pedro Solbes schon Anfang April davor gewarnt, Deutschland stehe am Rande einer Rezession.
Für Schlussquartal optimistisch
Die Kommission ist allerdings für das Schlussquartal 2003 etwas optimistischer als noch vor zwei Monaten. Die Zuversicht im Einzelhandel dürfte sich verbessern, schrieb die Behörde. Im Gesamtjahr soll die Wirtschaft um etwa 0,7 Prozent wachsen, im kommenden Jahr um etwa 2,3 Prozent, hatte Solbes im Juli gesagt.
Am schlechtesten in der Eurozone standen in den vergangenen Monaten die Niederlande da. Das dortige BIP verschlechterte sich im zweiten Vierteljahr um 0,5 Prozent nach minus 0,3 (1. Quartal 2003) und minus 0,2 Prozent (4. Quartal 2002). In Italien schrumpfte die Wirtschaft gegenüber der Vorperiode mit einer stabilen Rate von minus 0,1 Prozent.
Für Finnland, dessen Wirtschaft im ersten Quartal um 1,2 Prozent zurückgegangen war, lag für die Folgeperiode noch keine aktuelle Zahl vor. Andere Länder der Eurozone sind derzeit nicht rezessionsgefährdet. Portugal war bereits im vergangenen Jahr in eine Rezession gestürzt; die Wirtschaft dort legte aber zu Jahresbeginn 2003 wieder minimal zu. Eine Angabe für das zweite Quartal fehlte ebenfalls. Die Wirtschaft der Eurozone war im ersten Vierteljahr noch minimal um 0,1 Prozent gewachsen. (apa/red)
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