AUA-Piloten: Verbaler Konflikt geht weiter
- Lebenseinkommen im internationalen Vergleich nur "durchschnittlich"
·Warnstreik!
Für 2 Stunden stand bei AUA alles still!
·AUA-Sprecher
"Gehen nicht von einem Streik aus"
·AUA-Vorstand
Betriebsrat ließ Ge- spräche ungenutzt
Der Konflikt zwischen den streikbereiten AUA-Piloten und der Unternehmensführung geht weiter, nachdem die Verhandlungen über Einsparpotenziale im AUA-Flugbetrieb zwischen Vorstand und Belegschaftsvertretern gescheitert sind. Die Unternehmensleitung stellt einige Tatsachen aus ihrer Sicht klar, da der AUA-Betriebsrat Bord (BRB) seit dem "von ihm herbeigeführten Abbruch der Gespräche eine Reihe von unrichtigen Informationen in Umlauf" bringe. Und die Piloten legen Einkommenszahlen von Piloten anderer Fluggesellschaften vor, um zu zeigen, dass ihr Lebenseinkommen im Mittelfeld liegt.
Laut Angaben der Gewerkschaft HTV (Handel, Transport, Verkehr) verdienen AUA-Piloten im Lauf eines Arbeitslebens insgesamt 3,45 Mio. Euro brutto. Während ihre Kollegen von Tyrolean und Lauda Air nur auf 64 bzw. 80 Prozent dieses Wertes kommen, sacken Piloten bei Lufthansa um 15 Prozent, bei KLM um 24 Prozent und bei British Airways um 28 Prozent mehr ein. An der Spitze liegen demnach US-Fluglinien wie US-Airways oder UPS, die um 50 bzw. 57 Prozent mehr verdienen als AUA-Piloten.
Die AUA weist darauf hin, dass Piloten- und Gewerkschaftsvertreter weder ein Konzept präsentiert noch "ihr proklamiertes Einsparungspotenzial" mit Maßnahmen unterlegt hätten. "Die bewertbaren Teile der schlagwortartigen Ansätze ergeben in Summe keine Kostensenkung, sondern vielmehr noch weitere Kostenerhöhungen", was nicht tragbar sei.
Alle von der Unternehmensleitung im Rahmen der Gespräche präsentierten Unternehmenszahlen und Ergebnisgrößen seien "selbstverständlich korrekt", unterstreicht der Vorstand. Pilotenvertreter hatten von unvollständigen und unrichtigen Angaben gesprochen, weshalb man sich "gefrotzelt" gefühlt habe.
Einsparungen sind kein Gehaltsverzicht
Die notwendigen Einsparungen im AUA-Flugbetrieb durch eine geplante Senkung der Kosten je AUA-Pilotenblockstunde um 35 Prozent bis 2008 sei "keinem Gehaltsverzicht oder Mitarbeiterabbau in diesem Ausmaß gleichzusetzen". Die Vorschläge der Unternehmensleitung sähen vielmehr Maßnahmen wie Produktivitätserhöhung vor, die Gehälter oder den Umfang des Mitarbeiterstands nicht tangieren sollen. In dieser Zielgröße seien zudem rund 40 Prozent Wachstumseffekte aus dem Markt enthalten, so die AUA.
AUA-Flugbegleiter wären nur bei einer einzigen Maßnahme, nämlich der Anpassung der Flugdienstzeiten und sonst bei keinem anderen Verbesserungsmodul des Unternehmensvorschlags einbezogen. (apa/red)
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