Mittwoch, 13. August 2003

Warnstreik! Bei der AUA stand am Donnerstag alles still

  • Ausstand um 20 Uhr beendet; Warnung an Airline-Vorstand
  • PLUS: "Streik bei der AUA" - Die Chronologie der Ereignisse

Die Piloten der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) haben am 14. August einen zweistündigen Warnstreik abgehalten. Es war der erste Streik der AUA seit zehn Jahren. Ebenso wie damals ging es um Sparmaßnahmen bei den Piloten.

Die "fliegenden" Kollegen bei Lauda Air und Tyrolean Airways hielten zwar auch gesonderte Betriebsverhandlungen am Flughafen Wien-Schwechat ab, beteiligten sich aber nicht an den Streiks. Im Gegenteil seien Tyrolean-Crews für AUA-Mannschaften eingesprungen, hieß es aus der AUA.

AUA-Vorstand Burger bezeichnete den Streik als "völlig unverantwortlich". Die "nicht nachvollziehbaren Maßnahmen" seien für die Passagiere nachteilig und für das Unternehmen schädlich gewesen - "und gefährden die eigenen Arbeitsplätze der Piloten", sagte Burger. Man werde alle Mitarbeiter über die Konsequenzen solcher Maßnahmen informieren. "Das kann im schlimmsten Fall zur Entlassung führen", kündigte Burger an.

Die Folgen des Warnstreiks hielten sich in Grenzen: Nur bei zwei Maschinen kam es zu größeren Verspätungen im Ausmaß von rund zweieinhalb Stunden. Von der Protestmaßnahme waren noch sieben weitere Flüge betroffen, allerdings mit nur kurzen Verspätungen. Etwa ab 20 Uhr verlief der AUA-Flugverkehr wieder planmäßig.

Auslöser des Streiks war eine Betriebsversammlung am Nachmittag. Als ein Pilot erzählte, er sei mit einer fristlosen Kündigung bedroht worden, sprang der Funke über. Das fliegende Personal der AUA beschloss "spontan", einen zweistündigen Warnstreik durchzuführen.

Hintergrund des Warnstreiks ist ein seit Monaten anhaltender Konflikt der AUA-Piloten mit dem Vorstand um Sparmaßnahmen im AUA-Flugbetrieb, der zuletzt eskaliert ist. Am Dienstag waren Gespräche zwischen Vorstand und Pilotenvertretern und Gewerkschaftern gescheitert. Beide Seiten schoben einander die Schuld zu, unterstrichen zugleich aber ihre Gesprächsbereitschaft. (APA)

13.8.2003 13:12