Mittwoch, 13. August 2003

Lufthansa überrascht mit operativem Gewinn

  • Verhaltene Prognose für zweites Halbjahr abgegeben
  • Luftfahrtbranche lässt Turbulenzen hinter sich

Nach Irakkrieg und Sars scheint die Luftfahrtbranche die schlimmsten Turbulenzen hinter sich gelassen zu haben. Die Lufthansa meldete für das zweite Quartal überraschend einen operativen Gewinn. Und der Frankfurter Flughafen berichtete am Mittwoch für Juli Passagierzahlen, die nur noch geringfügig unter denen des Vorjahres lagen.

Die Lufthansa wies für das zweite Vierteljahr einen operativen Gewinn von 65 Mio. Euro aus. Dieses Ergebnis sei auf "professionelles Kapazitäts- und Kostenmanagement" zurückzuführen, erklärte die Airline. Im ersten Quartal hatte die Kranichlinie noch einen Verlust von 415 Mio. Euro verbuchen müssen. Trotz der unerwartet guten Quartalszahlen blieb die Lufthansa aber bei ihrer wenig optimistischen Prognose für das Gesamtjahr.

Talsohle scheint durchschritten
Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber sagte: "Auch wenn wir uns im zweiten Quartal besser als viele Konkurrenten behaupten konnten, müssen wir weiter hellwach bleiben." Der Luftverkehr bewege sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, gleichwohl scheine die Talsohle der Entwicklung aber jetzt durchschritten. Allerdings rechne die Lufthansa trotz der Kapazitätsanpassungen und Maßnahmen zur Kostensenkung für das Gesamtjahr nicht mit einem positiven operativen Ergebnis. Die derzeitigen Buchungszahlen ließen gegenwärtig keine deutliche Verbesserung für die zweite Jahreshälfte erwarten.

Trotz des Gewinns im zweiten Quartal ist das gesamte erste Halbjahr 2003 für das Unternehmen mit einem operativen Verlust von 354 Mio. Euro zu Ende gegangen. Von Jänner bis Juni setzte die Airline 7,6 Mrd. Euro um, das waren 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Fragport optimistisch
Unterdessen lagen die Verkehrsergebnisse des größten deutschen Flughafens, Fraport, im Juli nur noch geringfügig unter den Zahlen des Vorjahres. Fast 4,5 Mio. Passagiere nutzten den Airport Frankfurt, im Vergleich zum Juli 2002 bedeutete dies einen Rückgang um nur noch 1,9 Prozent. Noch kleiner fiel das Minus beim Frachtumschlag aus: Hier kam der Flughafen auf rund 126.000 Tonnen (minus 1,1 Prozent).

Für das - traditionell aufkommensstärkere - zweite Halbjahr zeigte sich Fraport optimistisch. Für das Gesamtjahr werde beim Passagieraufkommen allenfalls ein kleines Minus von ein bis zwei Prozent erwartet. Fraport wies aber auch darauf hin, dass die Wirtschaftsflaute immer noch die Geschäftsreise-Tätigkeit bremse. Die Nachfrage nach Inlandsflügen sei zurückgegangen. Der Interkontinental-Luftverkehr verzeichnete dagegen eine kräftige Zunahme, dies gelte vor allem für Nordamerika, den Nahen Osten und die Karibik. (apa/red)

13.8.2003 12:35