OMV und Yukos fixieren neue Pipeline für Öl aus Russland
- Yukos liefert ab 2006 bis zu 5 Mio. Tonnen Öl nach Schwechat
- Geplante Marktpositions-Verdoppelung in Zentralmittelosteuropa kann umgesetzt werden
Jahrzehntelang war die OMV in der Raffinerie Schwechat auf Öl aus dem Verladehafen Triest und aus Österreich angewiesen, nun schafft sie sich mit umfangreichen Lieferungen des künftig größten russischen Ölkonzerns Yukos ein "drittes Standbein" bei ihren Bezugsquellen: Yukos wird der OMV ab 2006 zunächst jährlich 2 Mio. t und später bis zu 5 Mio. t/a liefern.
Der OMV bringt das Yukos-Öl Vorteile auf der Logistik- und Kostenseite und sichert die Versorgung der Raffinerie ab. Kommen soll das Öl über eine neue 60 km lange Pipeline von Preßburg nach Schwechat, die 28 Mio. Euro Kosten trägt Yukos.
Durch die 2 Mio. t jährlich ab 2006 kann die OMV ihren Bezug über die Adria-Wien-Pipeline (AWP) aus Triest von derzeit 8 auf 6 Mio. t im Jahr reduzieren. Zudem ist das Schwarze Gold aus Russland etwa einen Dollar billiger als ein Barrel Brent. Kostenmäßig könne die OMV ihre Position gegenüber den benachbarten Ölverarbeitern in Tschechien, der Slowakei und Ungarn verbessern, zudem könne die OMV damit ihre geplante Marktpositions-Verdoppelung in Zentralmittelosteuropa von 2002 bis 2008 umsetzen, betonten OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer und sein Stellvertreter Gerhard Roiss am Mittwoch vor Journalisten.
50 km auf österreichischem Boden
Die 28 Mio. Euro Investitionen für die neue Ölleitung, die ab 2006 die Lücke von der "Druschba Süd"-Pipeline nach Schwechat bei Wien schließt, werden die OMV nicht tangieren: "Wir beziehen das Öl frei Haus", sagte Roiss. Für den noch heuer startenden Bau und den Betrieb der Pipeline, die zu 50 km durch das östliche Niederösterreich führt, wird eine inländische Gesellschaft gegründet, an der Yukos 74 Prozent und OMV 24 Prozent halten. Ausverhandelt wurde der Deal binnen einem halben Jahr.
Der Anteil russischen Öls in Europa wird laut Roiss von derzeit 17 Prozent bis zum Jahr 2010 auf 25 Prozent wachsen. Yukos selbst führt nach Angaben seines Vorstandsdirektors Michail Brudno dieses Jahr mehr als 40 Mio. t aus, den Großteil davon nach Europa, unter anderem allein 7,2 Mio. t in die Slowakei und nach Ungarn. Künftig werde Yukos die Exporte parallel zur steigenden Produktion ausweiten, kündigte Brudno in einem gemeinsamen Pressegespräch mit der OMV-Spitze in Wien an. Yukos steht kurz vor Finalisierung der Übernahme des russischen Erdölunternehmens Sibneft und avanciert damit zum größten Ölkonzern des Landes. (apa/red)
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