Dienstag, 12. August 2003

CL-Quali: Marseille zeigt Austria die Grenzen auf

  • Champions League nach 0:1 in weite Ferne gerückt
  • PLUS: Alle Details zur CL-Qualifikation! / GAK - Ajax 1:1

Olympique Marseille zeigte Austria Wien im Wiener Happel-Stadion die Grenzen auf. Der Siegestreffer fiel bereits in der 4. Minute durch Marseille-Jungstar Sytschew. Im Rückspiel am 27. August im Stade Velodrome spricht nun alles für den ehemaligen Europacupsieger. Der populärste Verein Frankreichs präsentierte sich im Wiener Prater vor 28.300 Zuschauern auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

Technisch besser, lauffreudiger, den Gastgebern stets um einen Schritt voraus: In allen Belangen war Marseille besser. Die gellenden Pfiffe der Austria-Fans waren Beweis für die Enttäuschung. Im Gegensatz zum vom Ex-Austria-Coach Walter Schachner betreuten Vizemeister GAK am Dienstag gegen Ajax konnte die Truppe von Joachim Löw den Gegner eigentlich nie fordern.

Bereits mit der ersten Offensiv-Aktion der Franzosen war die Austria-Defensive überfordert: Schnelles Kurzpass-Spiel von Mido und Fernandao, ideale Vorlage auf Sytschew, der von Ratajczyk nicht zu halten war, und Abschluss mit links vorbei an Mandl ins kurze Eck (4.). Mit der Führung im Rücken hatte der Gast das nötige Selbstvertrauen, um Ball und Gegner zu kontrollieren. Die Austria präsentierte sich geschockt und geriet in der Anfangsphase bei Regengüssen ein ums andere Mal ins Schwimmen. So musste Afolabi nach Sytschew-Hereingabe vor Mido retten (7.) und zwei Minuten später gab es nach einem schönen OM-Angriff über links erneut Torgefahr im Austria-Strafraum.

Die Aufstellungs-Variante mit Rudi statt Flögel, Janocko auf der rechten und Vastic auf der linken Seite schien weniger Marseille als die Violetten zu verunsichern. Chancen kamen eigentlich nur zufällig zu Stande. Eine Dundee-Volleyabnahme nach abgefälschten Janocko-Schuss (11.), Elfmeteralarm nach Dundee-Kopfball an die Hand eines OM-Verteidigers (29.) und ein Gilewicz-Flachschuss (38.) standen für die Veilchen zu Buche.

Nach dem Wechsel hatte die Austria in der 57. Minute ihre beste Chance: Janocko ließ mit einem Dribbling einmal seine Klasse aufblitzen, aber van Buyten klärte bei der Hereingabe gerade noch zur Ecke. Dabei hatte der belgische Abwehr-Chef jedoch Glück, kein Eigentor zu produzieren. Auf der Gegenseite gab es Möglichkeiten für Mido (65.), Sytschew (70.) und van Buyten (77./Freistoß). Ein Vastic-Freistoß in der 93. Minute ging ganz knapp am Tor vorbei. Unterm Strich stand der verdiente Auswärtssieg der Franzosen, die bereits mit mehr als einem Bein in der Champions League stehen. (apa)

12.8.2003 13:15