Freitag, 15. August 2003

Tolles Derby: Rapid und Austria trennen sich in einem packenden Match 2:2

  • Meister macht mit Super-Comeback 0:2-Rückstand wett
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Wie so viele Derbys in jüngster Vergangenheit ist auch der 261. Wiener Lokalschlager am Sonntag im ausverkauften Hanappi-Stadion mit einem Unentschieden zu Ende gegangen. Tabellenführer Rapid und die Austria trennten sich in einem tollen Spiel 2:2, Grün-Weiß war gegen Violett allerdings bereits 2:0 in Front gelegen.

Nach den Rapid-Treffern durch Verlaat (23./Eigentor) und Vico (59.) zeigten die Austrianer den am vergangenen Mittwoch gegen Marseille so vermissten Kampfgeist und schafften durch Rushfeldt (66.) und Verlaat (69.) noch den verdienten Ausgleich. Für Rapid war es nicht nur der erste Punkteverlust der laufenden Saison, sondern auch die Einstellung der schwärzesten Derby-Serie der Geschichte. Denn die Rapidler warten weiterhin seit 6. Mai 2001 oder nunmehr bereits neun Partien auf einen Sieg gegen den Erzrivalen - das hat es in der Klubgeschichte erst einmal Ende der 70er Jahre gegeben.

Hohes Tempo, wenig Glanzpunkte
Die Partie begann in klassischer Derby-Manier - viel Kampf, hohes Tempo, aber wenig spielerische Höhepunkte. In der 23. Minute verwandelte sich das Hanappi-Stadion dann in ein Tollhaus. Nach einem weiten Pass von Martin Hiden zog Rapids Rene Wagner entlang der Corner-Linie aufs Tor, die Flanke des Tschechen lenkte Verlaat entscheidend ab und der Ball fiel über Mandl hinweg ins Tor - 1:0.

Grün-Weiß geht mit 1:0 in die Pause
Danach wachten die Gäste aus Wien-Favoriten auf, gefährlich wurde man aber lediglich aus der Distanz. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte rettete dann Feldhofer nach Vastic-Querpass vor mehreren anstürmenden "Violetten". Austria-Coach Löw setzte dann alles auf eine Karte, brachte Rushfeldt und löste die Viererkette auf.

Super-Comeback der Austria
Der Ausgleich schien in der Luft zu liegen, es fiel jedoch das 2:0 für die Hütteldorfer. Verlaat ließ sich als letzter Mann den Ball von Wagner abjagen. Wagner bediente den kurz zuvor eingewechselten Vico, der Mandl keine Chance ließ. Die endgültige Entscheidung schien gefallen zu sein. Doch Austria zeigte diesmal Kämpferqualitäten. Zunächst glückte Rushfeldt nach Janocko-Flanke per Kopf der Anschlusstreffer, ehe sogar noch der Ausgleich gelang. Nach einem Eckball von Vastic zog Janocko ab, Verlaat verlängerte aus elf Metern und Payer war neuerlich geschlagen.

Meinungen zum Derby:

Josef Hickersberger (Rapid-Trainer): "Für mich ganz klar zwei verlorene Punkte. Nach dem 2:0 war die Austria am Rande einer Niederlage, wir haben aber nur noch verteidigt und aufgehört, Fußball zu spielen. Wir wollten nur über die Runden kommen und sind zurecht bestraft worden. Die Austria hat aber eine hervorragende zweite Hälfte gespielt, sie haben sich aufgebäumt und Moral gezeigt."

Joachim Löw (Austria-Trainer): "Auf Grund der zweiten Hälfte hätten wir sogar noch gewinnen können. Wir haben viel Druck gemacht, mehr riskiert und viele Bälle gewonnen. Für die Moral und die Stimmung innerhalb des Vereins war es sehr wichtig, dass wir nicht verloren haben. Eine gute Mannschaft zeigt sich, wenn sie am Boden liegend zurückschlagen kann. Und das hat sie heute gut gemacht."

Andreas Ivanschitz (Rapid): "Natürlich bin ich enttäuscht. Wir hätten nach dem 2:0 das Spiel kontrollierten und den Ball in unseren Reihen halten sollen. Die Austria hat dann aber aufgedreht und ich muss zugeben, dass das 2:2 in Ordnung geht. Wir haben in der zweiten Hälfte um einiges nachgelassen und sind den Zweikämpfen meist aus dem Weg gegangen."

Frank Verlaat (Austria): "Es war ein ganz klares Foul, das gepfiffen gehört hätte. Glücklicherweise haben wir dann doch noch 2:2 gespielt, bei einer Niederlage hätte es anders ausgesehen. Wir waren am Ende näher am 3:2 und hatten Rapid im Griff." (apa/red)

15.8.2003 14:31