Montag, 11. August 2003

Leichtathletik: Werden alle alten Weltrekorde annulliert?

  • Vorschlag Norwegens: Rekord vor 2000 wegen Doping ungültig

Eine Vorschlag aus Norwegen macht in der Leichtathletik-Szene Aufsehen: Der norwegische Verbandspräsident will sämtliche LA-Weltrekord, die vor dem Jahr 2000 aufgestellt wurden, annullieren lassen. Grund: Wahrscheinlich sind sie nur mit Doping-Hilfe zu stande gekommen.

Wie Verbandspräsident Svein Arne Hansen in Oslo ankündigte, soll eine entsprechende Initiative in der nächsten Woche vor den Weltmeisterschaften in Paris (23. bis 31. August) eingebracht werden.

"Die Rekorde aus den achtziger und neunziger Jahren sind ja praktisch nicht zu brechen, weil gedopte Athleten viele von ihnen aufgestellt haben", meinte Hansen. Bei den Rekorden von DDR-Athleten könne man das "mit großer Ruhe" behaupten, weil der Doping-Einfluss durch Gerichtsverfahren eindeutig geklärt sei.

In der aktuellen Weltrekordliste sind noch einige DDR-Weltrekorde vertreten: Diskuswerfer Jürgen Schult (1986) und Gabriele Reinsch (1988). Gültig sind auch noch der 400-m-Weltrekord von Marita Koch und die Bestleistung der 4x100-m-Frauenstaffel der DDR (beide 1985). Bei den Frauen stammen nur fünf von 28 Weltrekorden aus der Zeit nach 2000, bei den Männern sogar nur vier von 29.

(apa/red)

11.8.2003 12:57