Anschlag auf Haupt-Wasserleitung in Bagdad
- Über 100.000 Einwohner vorübergehend Wasser
- Granatenangriff auf Gefängnis fordert 6 Tote; dann Journalist von Soldaten erschossen
·'Friendly Fire'
Dänischer Soldat
im Irak getötet
·Sicherheitsrat
Irak-Resolution verabschiedet
Auf eine der wichtigsten Wasserleitungen in Bagdad ist am Sonntagmorgen ein Anschlag verübt worden. Augenzeugen berichteten von einer schweren Explosion um 06.45 Uhr im Norden Bagdads. Mehr als 100.000 Einwohner waren damit stundenlang ohne Wasser. Doch die Leitung konnte bald repariert werden. Auch ein Gefängnis wurde mit Granaten beschossen. Anschließend erschossen angeblich US-Soldaten einen palästinensischen Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Explosion verschärfte die Lage der fünf Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt des Irak heute für einige Stunden. Teilweise litt die Bevölkerung unter Temperaturen um die 50 Grad Celsius. Nach einigen Stunden gelang es aber, die Leitung zu reparieren, das Schlimmste konnte so verhindert werden.
Auch am Sonntag schlugen immer noch Flammen aus der wichtigen Öl-Pipeline in die Türkei, die erst am Mittwoch wieder in Betrieb genommen worden war. Das Feuer sei allerdings unter Kontrolle, teilte die US-Armee mit. Auf die Pipeline war am Freitag ein Anschlag verübt worden. Nach Angaben des US-Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, kostet die Schließung der Pipeline täglich sieben Millionen Dollar (6,21 Mill. Euro).
Anschläge auf Pipelines sowie Strom- und Wasserleitungen haben wiederholt die Bemühungen behindert, die beschädigte Infrastruktur des Landes wieder funktionstüchtig zu machen. Die USA machen Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein und ausländische Extremistengruppen für die Anschläge verantwortlich. Seit Verkündung des Endes der Hauptkampfhandlungen im Irak durch US-Präsident Bush sind 60 US-Soldaten getötet worden.
Sechs Tote bei Angriff auf Bagdader Gefängnis
Bei einem Granaten-Angriff auf ein Bagdader Gefängnis sind dem US-Militär zufolge sechs Iraker getötet und 59 verletzt worden. Auf dem Gelände des Abu-Ghraib-Gefängnisses in einem Vorort der irakischen Hauptstadt seien am Samstag drei Granaten eingeschlagen, sagte ein Sprecher des US-Militärs am Sonntag. Der Vorfall werde untersucht.
Bald nach dem Angriff wurde vor dem Tor des Gefängnisses ein palästinensischer Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters erschossen - angeblich von US-Soldaten. Auch dieser Vorfall wird untersucht.
(apa, red)
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