Ugandas Exdiktator Idi Amin in Saudiarabien beerdigt
- Sein Name ist der Inbegriff afrikanischer Gewaltherrschaft
- Polit-Drama mit Österreich-Bezug

Der am Samstag verstorbene frühere ugandische Machthaber Idi Amin ist nach Angaben seiner Familie in Saudiarabien beigesetzt worden. Sein Vater sei im saudiarabischen Dschidda nach islamischer Tradition zu Grabe getragen worden, sagte Ali Amin der Nachrichtenagentur AFP in Kampala.
Der Sohn des Ex-Diktators wies Angaben der ugandischen Regierung zurück, nach denen Idi Amin auf Bitten einer seiner Ehefrauen in Uganda bestattet werden sollte. "Wir haben überhaupt nichts von der ugandischen Regierung gefordert", betonte der Sohn Idi Amins.
"Schlächter von Afrika"
Der als "Schlächter von Afrika" bekannt gewordene ehemalige Staatschef starb Samstagfrüh nach mehrwöchiger Behandlung im Alter von knapp 80 Jahren. Er war am 18. Juli mit Bluthochdruck ins Krankenhaus eingeliefert worden, später kam nach Angaben von Ärzten noch ein Nierenversagen hinzu. Er lag schon längere Zeit im Koma.
Während Amins achtjähriger Herrschaft wurden Schätzungen zufolge 500.000 Menschen getötet. Amnesty International bedauerte, dass der Ex-Diktator gestorben ist, ohne zuvor für seine Verbrechen bestraft zu werden. "Die Gleichgültigkeit der Weltgemeinschaft erlaubte es Amin, seiner Strafe zu entgehen", sagte George Ngwa von der Menschenrechtsorganisation am Samstag in London.
Dass Amin nicht verurteilt wurde, zeige die Notwendigkeit für ein internationales Rechtssystem, in dessen Rahmen Menschen, die sich des Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben, dafür zur Verantwortung gezogen werden können, so der ai- Vertreter.
Unterolberndorfer Programm
Amin wurde am 11. April 1979 von tansanischen Truppen gemeinsam mit Exilugandesen gestürzt - unter letzteren befand sich damals auch der heutige Präsident Yoweri Museveni. Das neue Regierungs-Programm stammt praktisch aus Österreich - im Exil im niederösterreichischen Weinviertel entwarfen die neuen, demokratischeren Machthaber das "Unterolberndorfer Programm", den Grundstock der neuen Verfassung.
Der Muslim Amin ging zuerst nach Libyen, dann in den Irak. Er durfte sich schließlich in Saudiarabien unter der Bedingung niederlassen, dass er sich nie mehr politisch betätigt.
(apa, red)
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