Donnerstag, 14. August 2003

Mega-Blackout kostete über sechs Milliarden Dollar

  • "Business as usual" am 1. Arbeitstag!
  • Kanada ruft zum Stromsparen auf!

Über sechs Milliarden Dollar (etwa 5,34 Milliarden Euro) beträgt der wirtschaftliche Schaden nach dem Mega-Blackout in Nordamerika. Dies berichtet das "Wall Street Journal". Am meisten betroffen waren Fluggesellschaften und die Automobilindustrie. In New York verlief das öffentliche Leben am ersten Arbeitstag nach dem Stromausfall wieder in normalen Bahnen.

"Überall herrscht business as usual", erklärt New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Der erste reguläre Arbeitstag nach dem großen Blackout verläuft in Nordamerika bislang ohne Schwierigkeiten, vorerst halten die Stromleitungen dem Verbrauch stand. Derweil fiel in ganz Georgien der Strom aus.

Allerdings stand auch am vierten Tag nach dem größten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas noch nicht wieder die frühere Kapazität der Energieversorgung zur Verfügung. Fachleute sprachen von einer Zitterpartie beim Erreichen der vollen Netzlast, als Millionen Menschen nach dem Wochenende an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Aus Angst vor einem neuerlichen Zusammenbruch der Energieversorgung am Montag hat die Regierung der kanadischen Provinz Ontario die Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen. "Es wird noch nicht genug Strom erzeugt, als dass wir einen normalen Werktag überstehen könnten", sagte der Ministerpräsident von Ontario, Ernie Eves,am Sonntag in einer Fernsehansprache. Besonders der Energieverbrauch in der Millionenstadt Toronto, wo am Montag die U- Bahnen und Straßenbahnen ihren Betrieb wieder aufnehmen sollen, machte den Behörden Sorgen.

Von dem Blackout waren fast der gesamte Nordosten der USA sowie weite Gebiete im Süden Kanadas mit mehr als 50 Millionen Menschen betroffen. Nach Angaben der "New York Times" haben Experten schon seit Jahren immer wieder gewarnt, dass die veralteten Stromversorgungsnetze überlastet seien. Die Ermittlungen zu den konkreten Ursachen gingen am Montag weiter. Der Ausgangspunkt lag nach bisherigem Stand vermutlich in einem Kraftwerk im US-Bundesstaat Ohio.

Stromausfall in Georgien
Bis dato wurden Stromausfälle in Georgien nicht weiter beachtet, gibt es diese in der Ex-Sowjetrepublik doch ständig. Dass im gesamten Land alles lahm gelegt wird, wie dies nun am Montag gemeldet wurde, ist jedoch neu. In der Hauptstadt Tiflis standen U-Bahn und Oberleitungsbusse still, die Wasserversorgung ist zusammengebrochen. Nach den Ursachen wird noch gesucht. (APA/red)

14.8.2003 22:42