Sonntag, 17. August 2003

Waneck will Reform der Vorsorgeuntersuchung

  • Derzeitiges System "antiquiert"
  • "Medizinischer Fortschritt muss berücksichtigt werden"

Eine Reform der Vorsorgeuntersuchung strebt Gesundheits-Staatssekretär Waneck an. Das derzeitige System sei "antiquiert" und werde von der Bevölkerung nicht in ausreichendem Ausmaß angenommen. Das Spektrum der Untersuchungen, die durchgeführt werden, entspreche nicht mehr dem Stand der modernen Medizin, kritisiert Waneck. Krankheitsrisiken könnten heute bereits besser eingeschätzt werden.

Die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen ist zwischen 1990 und 2002 zwar von 427.000 auf über 856.000 gestiegen, dieser Wert entspricht aber erst einem Anteil von 13,6 Prozent der für eine Untersuchung in Frage kommenden Gruppe. Das reicht Waneck noch nicht. Gegengesteuert werden müsse auch dem Ost-West-Gefälle, meinte der Staatssekretär. In Vorarlberg nehmen laut Hauptverband-Daten immerhin 28,3 Prozent die Möglichkeit der Gesundenuntersuchung wahr, in Tirol sind es 26,7 Prozent. In Niederösterreich sind es hingegen nur 6,1 Prozent, in der Bundeshauptstadt Wien auch nur 10 Prozent.

Bei einer Reform berücksichtigt werden müsste laut Waneck vor allem auch der medizinische und technische Fortschritt. Unbedingt in das Vorsorgeprogramm aufzunehmen seien etwa Krebs-, Haut- sowie Lungenuntersuchungen für Raucher. Mittel EDV-unterstütztem "Recall- System" könnten die Patienten aufmerksam gemacht werden, wann sie welche Untersuchungen wieder vorzunehmen hätten. "Es muss ja nicht jedes Jahr jede Untersuchung durchgeführt werden", sagte Waneck. Zur Darmvorsorge reiche es beispielsweise, alle fünf Jahre zur Kontrolle zu gehen. Für Raucher sei ab dem 40. Lebensjahr ein regelmäßiger lungenärztlicher Check zu empfehlen.

(apa)

17.8.2003 07:33