Mittwoch, 13. August 2003

Ärger im Urlaub: Jeder 2. klagt über Reise-Veranstalter

  • Häufigste Gründe: Flugverspätung, geänderte Abflugzeiten
  • Bei Flugüberbuchung: Anspruch auf Schaden-Ersatz!

Die schönste Zeit des Jahres verpatzt: Jeder Zweite, der seinen Urlaub nicht genießen konnte, klagt über mangelhafte Leistungen der Reiseveranstalter. Die häufigsten Gründe: Flugverspätung, geänderte Abflugzeiten. Die meisten Anfragen betrafen die Lieblings-Urlaubsländer der Österreicher - Griechenland, Türkei und Spanien.

Das zeigt eine Auswertung von Beschwerden beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) durch die Arbeiterkammer (AK): Die Anzahl der Beschwerden sei im Vergleich zum vergangenen Jahr annähernd gleich geblieben.

Zugenommen haben Klagen über Flugverspätungen oder geänderte Abflugzeiten, dieses Thema betraf 13 Prozent der Anfragen. Die meisten Beschwerden gab es laut AK gegenüber Gulet Touristik, Neckermann und ITS-Billa Reisen.

Die AK hat die bisher eingegangenen ersten Anfragen von 227 Konsumenten, die sich im Juli an den VKI gewandt hatten, ausgewertet. Mehr als jede zweite Beschwerde (insgesamt 134) betraf mangelhafte Leistungen des Reiseveranstalters und der Fluglinien. Am häufigsten - von 43 Urlaubern - wurde eine schlechte, weil vor allem laute Unterkunft kritisiert. Außerdem fehlten oft zugesagte Freizeiteinrichtungen wie Tennisplätze, Wellness-Angebote, Animationen oder ein Kinderclub. Beschwerden über Verpflegung gab es auch, aber weniger als 2002. Für einige Reisende trübten Algen im Meer oder Öl im Wasser den Badeurlaub. In manchen Fällen tauchte das Gepäck nicht auf oder kam verspätet an.

Jeder zehnte Verbraucher (25 Beschwerdeführer) ärgerte sich wegen überbuchter Quartiere - ein Problem, das heuer offenbar häufiger vorkam als im Vorjahr. Auch Frühbucher waren laut AK betroffen. In der Regel erfuhren die Urlauber knapp vor der Abreise oder gar erst am Ziel von der Überbuchung. Die Ersatzquartiere waren dann oft schlechter, weil sie beispielsweise 80 Kilometer vom gebuchten Ort entfernt lagen.

Rund 13 Prozent der Verbraucher informierten sich wegen Stornierungen. Etwa jeder Dritte erkundigte sich wegen Sicherheits- und Gesundheitsrisiken, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Lungenerkrankung Sars in China, Kanada und anderen asiatischen Staaten.

Auch die Preise sorgten bei so manchen Konsumenten für Aufregung: Es ging um Aufzahlungen für bereits im Preis enthaltene Leistungen wie die Bereitstellung von Strandliegen bis hin zu irreführenden Angaben in Sonderangebotsinseraten und Katalogen. (apa)

13.8.2003 12:48