Dienstag, 12. August 2003

Nach Tod von Asylwerber vier Verdächtige in Haft

  • Strasser: Tschetschenen bringen "neue Qualität von Gewalt"

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod eines 24- jährigen Tschetschenen bei einer Massenschlägerei im Flüchtlingslager Traiskirchen am Samstagabend wurde auf Grund von Zeugenaussagen ein weiterer Tatverdächtiger ausgeforscht. Damit befinden sich derzeit vier Moldawier in U-Haft in Wiener Neustadt, so Major Klaus Preining von der Kriminalabteilung Niederösterreich (KA NÖ).

Auf der Suche nach Sachbeweisen dafür, wer dem 24-Jährigen die tödlichen Schläge gegen den Kopf versetzt hatte, wurden Kleidungsstücke von an der Schlägerei Beteiligten sichergestellt, um mögliche Blutspuren auszuwerten. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf dieses schwerste Delikt, darüber hinaus werden laut Preining etliche Anzeigen wegen Raufhandels folgen. Zwei Moldawier, die sich wenige Stunden nach dem Tumult bei einem (von der deutschen Betreuungsfirma European Homecare durchgeführten) Transport im Raum St. Pölten abgesetzt hatten, wurden inzwischen nach Traiskirchen zurück gebracht.

Rund 40 moldawische Staatsangehörige sind in Konsequenz der Ereignisse ins Flüchtlingslager Thalham (Oberösterreich) transferiert worden. Zu Gerüchten, denen zufolge in Traiskirchen untergebrachte Tschetschenen nach dem Vorfall untergetaucht seien, wusste der Kriminalbeamte nichts. Er verwies diesbezüglich auf die täglichen Lager-Kontrollen. Wer sich dabei nicht meldet, wird aus der Bundesbetreuung entlassen, d.h. er verliert Kost und Logis, aber nicht seinen Status als Asylwerber. Eckhard Wilcke von EHC erklärte dazu auf Anfrage, dass niemand "verschwunden" sei. Asylwerber dürften sich aber frei bewegen. (APA/red)

12.8.2003 12:08