Dienstag, 12. August 2003

Rekordsommer mit Trockenheit setzt Neusiedler See zu

  • Und: Wasserspiegel wird täglich niedriger
  • Trinkwasser sparen: Dringender Appell in Teilen Österreichs!

Heiß und trocken - der Rekordsommer 2003 setzt jetzt auch Österreichs größtem Steppensee, dem Neusiedler See, kräftig zu. Der Wasserspiegel sinkt täglich, liegt derzeit nur noch knapp an der 1,50-Meter-Marke. Aber nicht nur im Burgenland wird das Wasser knapp, in manchen Bundesländern wird bereits zum Wassersparen aufgerufen (siehe Kasten rechts).

Am Montag wurde in Rust ein Pegelstand von 115,19 Metern über Adria gemessen. Ein Wert, der im Vorjahr erst im September erreicht wurde. "Aber es ist kein Drama", beruhigt der Leiter der Biologischen Station in Illmitz, Univ. Prof. Herzig, im APA-Gespräch. Auch mit einem Austrocknen des Sees ist nicht zu rechnen - es sei denn, es kommen drei, vier weitere trockene Jahre in Folge.

"Die Dramen entstehen in den Augen der Nutzer", weiß der Neusiedler-See-Experte. Denn, "wer ein zu großes Segelboot hat, für den ist es ein Drama, wenn er nicht mehr ausfahren kann". Die im See lebenden Organismen jedenfalls hätten sich der Situation angepasst, "denen kann so schnell nichts anhaben". Auch ein Großteil der Fische kämen mit den Bedingungen - höhere Temperaturen, höherer Salzgehalt als in einem normalen Süßwassersee - zu Rande.

Der See ist in seiner langen Geschichte etwa 100 Mal verschwunden, zuletzt von 1865 bis 1868. "Man sagt, dass er in jedem Jahrhundert mindestens einmal ausgetrocknet ist", berichtet Herzig. Im 20. Jahrhundert blieb dieses Naturschauspiel zum Glück aus.

Den Großteil seines Wassers bezieht der See aus Niederschlägen, das Gebiet liegt allerdings im Regenschatten der Alpen und die Verdunstung ist enorm. Bei Hitzewellen kann pro Tag ein Zentimeter Wasser verloren gehen. Das sind drei Millionen Kubikmeter Wasser. Zum Vergleich: Wien verbraucht an Spitzentagen etwa 500.000 Kubikmeter. (APA)

12.8.2003 08:59