Mittwoch, 6. August 2003

Dank viel Sonne: Früher Weinlese-Beginn im Burgenland

  • Der Jahrgang 2003 wird ein Jahrhundert-Wein

Früh wie noch nie hat im Burgenland die Weinlese begonnen. Es ist der früheste Erntebeginn, an den sich Weinbauern und Fachleute erinnern können. Der Grund: Die extrem hohen Temperaturen und die vielen Sonnenstunden in den vergangenen Monaten haben die Trauben noch zeitiger als im Vorjahr reifen lassen. Einziger Wermutstropfen für die Winzer: Mittlerweile beginnt sich die Trockenheit auch in den Weingärten negativ bemerkbar zu machen. Sollte es in den nächsten Wochen nicht regnen, könnte ein Teil der Ernte unbrauchbar werden.

Die Sorten "Perle von Csaba" und "Sieger" wurden bereits gelesen. Am vergangenen Wochenende wurden die "Bouvier"-Trauben, die Hauptsorte der früh reifenden Weintrauben, abgeschnitten. Sie wachsen auf rund 150 ha im Bezirk Neusiedl am See. Die Trauben haben bereits zwischen 12 und 14 Klosterneuburger Zuckergrade, ideal für die Most- und Sturmerzeugung.

In einem Teil der Weingärten zeigt die Trockenheit erste Auswirkungen. Die Blätter im Inneren der Laubwand werden bereits gelb und die Beeren reifen nicht richtig aus, weil ihnen das Wasser fehlt. Wenn es in den nächsten Tagen und Wochen nicht regnet, können die Weintrauben im schlimmsten Fall auch zäh werden. Dann sind sie nicht mehr verwertbar.

Besonders gefährdet sind jene Weingärten, die die wenige Feuchtigkeit, die es in den vergangenen Wochen gegeben hat, nicht richtig oder gar nicht speichern können. Es sind dies Lagen mit schottrigen Böden.

Im Bezirk Neusiedl am See, dem größten Weinbaubezirk des Burgenlandes mit einer Fläche von 8.700 ha steuern viele Weinbauern dem bereits entgegen. Auf 30 Prozent der Fläche gibt es bereits die Tröpfchen-Bewässerung. In anderen Weinbaugebieten des Landes sind solche Bewässerungsmethoden kaum möglich, da das Grundwasser nicht so günstig liegt. (APA/Red.)

6.8.2003 15:06
GUSTO-Rezeptsammlung