AUA-Piloten vor Streik: Linien-Flüge könnten ausfallen!
- Ab morgen drohen Verspätungen! Charter- & Ferien-Flüge ausgenommen
- Sörensen bietet Gespräche an
·AUA-Sprecher
"Gehen nicht von einem Streik aus"
·AUA-Vorstand
Betriebsrat ließ Ge- spräche ungenutzt
Harte Fronten zwischen AUA-Vorstand und Betriebsrat: "Arbeitskampf" und "Streik" sind die Wörter der Stunde! Ab morgen könnten Linien-Jets am Boden bleiben, Charter- & Ferien-Flüge sollen nicht betroffen sein. Der Streit ums Geld soll nicht auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werden. Die Gewerkschaft will die Passagiere rechtzeitig warnen.
Der Betriebsrat Bord und die Gewerkschaft HTV stehen seit dem Abbruch der Gespräche bereits "im Arbeitskampf", jederzeit könne es zu "Maßnahmen" kommen, die auch den Flugbetrieb beeinträchtigen. Und in letzter Konsequenz bis hin zum Streik reichen könnten. Die Gewerkschaft will sich aber den "Überraschungseffekt" vorbehalten. Streiks sind jederzeit möglich, die Passagiere sollen aber "rechtzeitig" gewarnt werden.
Charterflüge sollen von Maßnahmen nicht beeinträchtigt werden, damit Urlaubsreisende nicht die Leidtragenden würden. Bei einer Betriebsversammlung am Wiener Flughafen werden Mitarbeiter der drei Fluggesellschaften AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways über den Verlauf der gescheiterten Gespräche zwischen Pilotenvertretern und AUA-Vorstand informiert. Dabei soll auch das weitere Vorgehen festgelegt werden. Durch die Versammlung könnte es schon zu ersten Beeinträchtigungen im Flugverkehr kommen, wird erwartet.
Vorstand hat keine Angst
Der Vorstand zeigt sich von Streikdrohungen indes unbeeindruckt. Ein Pilotenstreik wäre aus Sicht der Unternehmensleitung unverantwortlich und würde auch kein Verständnis bei den Passagieren finden. Zudem würde man damit "die eigenen Zukunftsperspektiven bestreiken".
Klima vergiftet
In Stellungnahmen schieben beide Verhandlungsparteien einander den Schwarzen Peter und die Schuld am Scheitern der Gespräche zu. Die Gewerkschaft HTV und die Belegschaftsvertreter hätten die Gespräche abgebrochen und "lediglich Überschriften" hinterlassen, meint der Vorstand. Die Unternehmensleitung habe auf jedes Entgegenkommen mit neuen Forderungen reagiert, so der Vorwurf der Pilotenvertreter. Der Vorstand habe kein Interesse an einer Lösung und an einem Konzern-Kollektivvertrag gezeigt.
Die Pilotenvertreter seien dem Vorstand nach eigener Ansicht weit entgegengekommen: Man sei bereit gewesen, Spitzen- und Einstiegsgehälter dauerhaft um 20 Prozent zurückzunehmen und die Arbeitsbedingungen im gesamten Konzern auf das - "in Europa einzigartig niedrige" - Lauda Air-Niveau abzusenken. Das hätte unter anderem eine Ausweitung der Flugzeiten von 71 auf 75 Stunden monatlich erlaubt, sagte Wolfgang Hable, Vorsitzender der Fachgruppe Bord in der zuständigen Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) und stellvertretender Vorsitzender des AUA-Betriebsrats Bord.
Die Vorstandsaussagen, wonach die Pilotenvorschläge eine Verteuerung darstellen, weisen die Pilotenvertreter zurück: Es wäre auf jeden Fall zu Einsparungen gekommen, die Hable bis 2008 mit "mindestens 10 Mio. Euro, wahrscheinlich mehr" beziffert.
Die Pilotenvorschläge hätten "in der Erstanalyse nicht die dringend notwendigen nachhaltigen Einsparungen, sondern vielmehr massive Kostenerhöhungen" ergeben.
Druck
Der Bordbetriebsrat setze die Zukunft "der Rot-Weiß-Roten Heckflosse aufs Spiel", sagte AUA-Vorstand Josef Burger. Könnten die notwendigen Kostensenkungen nicht gemeinsam gestalten werden, dann müsse der Vorstand diese allein umsetzen. Im Klartext: Dann könnten künftige Expansionen nicht in der AUA, sondern in den Töchtern Lauda Air und Tyrolean Airways stattfinden.
Beide Seiten unterstreichen aber, weiter gesprächsbereit zu sein.
Ein von Pilotenvertretern behauptetes Szenario über eine mögliche Auflösung der Lauda Air wies ein AUA-Sprecher zurück: Von einer Auflösung oder Fusion der Lauda Air sei "keine Rede". Laut Pilotenvertretern sind solche Pläne "durchgesickert". (apa, red)
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