Freitag, 8. August 2003

NEWS: Die Chronologie des Aktien-Deals

  • Mysteriös: 419.000 Euro in VAE-Aktien
  • Einstimmig von Vorwürfen entlastet

Kopfschütteln herrscht in der Branche noch immer darüber, wie ausgerechnet Struzl auch nur in die Nähe eines Insideraktienhandels kommen konnte. Möglicherweise haben Probleme privater Natur den Manager zu jener folgenschweren Kurzschlusshandlung verleitet, die seiner Voest-Karriere jetzt ein unrühmliches Ende bescheren dürfte. Lesen Sie, wie es zu Struzls Verhängnis kam.

Insiderhandel? Was wusste Struzel wann?
Struzl investierte 419.000 Euro in VAE-Aktien. Als 1998 die Voest gemeinsam mit dem deutschen Vossloh-Konzern die börsennotierten Wiener Weichenhersteller VA Eisenbahnsysteme AG (VAE) zu je 45 Prozent übernahm, wurde Struzl VAE-Aufsichtsratspräsident. Im Juni 2002 zeichnete sich der Vossloh-Ausstieg ab, und Struzl ließ sich die Totalübernahme der VAE zu einem Aktienkurs von rund 217 Euro absegnen. Die VAE-Aktie stand damals bei 117 Euro.

Am 3. Juli 2002 platzierte Struzl eine Kauforder für 2.800 Aktien. Erst am 15. Juli 2002 informiert die voestalpine die Öffentlichkeit von der geplanten Totalübernahme der VAE. Selbst wenn die Übernahme am 3. Juli nicht klar war, so kannte doch Struzl bereits die Summe für das Übernahmeangebot. Am 16. Juli gestand Struzl den Deal seinem Aufsichtsratschef Rudolf Streicher. Die Aktien wurden notariell hinterlegt, der Kursgewinn gespendet und ein Verfahren mittels Diversion verhindert.

Am 8. August entschied sich Struzls Schicksal in der Voest: In einer vielbeachteten Aufsichtsratssitzung - die drei Stunden länger dauerte als geplant - wurde er schließlich einstimmig von allen Vorwürfen entlastet. Er bleibt damit an der voestalpine-Spitze.

8.8.2003 11:48