Freitag, 8. August 2003

US-Bierbrauer: Mit Spezial-Marken gegen die Import-Konkurrenz

  • Hauptkonkurrenten Corona, Heineken, Interbrews, SABMiller
  • Hochpreisige Biere immer beliebter

Ausländische Braugiganten kämpfen immer heftiger an Amerikas Biertresen um den Absatz ihrer Marken. Und das mit Erfolg. Während der Gesamtverbrauch in den vergangenen fünf Jahren bis Ende 2002 in den USA konstant geblieben ist, hat der Marktanteil der Importmarken von 7,4 Prozent auf 11,2 Prozent zugenommen. Beim Volumen sogar um 50%. Bei den einheimischen Brauereien schrillen die Alarmglocken.

Hauptkonkurrenten sind Corona von Grupo Modelo (Mexiko), die niederländische Heineken, Interbrews Stella Artois, Belgien, und SABMiller, eine Tochter der South African Breweries Cos Ltd.

Spezialmarken gegen die Ausländer
Seit Jahren versuchen die US-Bierbrauer, den Vormarsch der Importeure mit Spezial-Marken aufzuhalten. Der Platzhirsch auf dem 66-Mrd. Dollar-schweren (58,1 Mrd. Euro) US-Biermarkt, Anheuser-Busch Cos, trat im Mai mit zwei neuen Sorten an. Auf zunächst zehn Testmärkte beschränkt sollen sie den Unterschied zwischen importierten und einheimisch gebrauten Bieren verwischen.

Abgefüllt in grünen Flaschen erinnert "Anheuser World Select" an Heineken. Eine der neuen Marken wird als Pilsner-Bier mit leicht bitterem Geschmack vermarktet. Bei der anderen Marke handelt es sich um "Bare Knuckle", ein schweres Dunkelbier, das zunächst nur vom Fass in Kneipen und Restaurants erhältlich ist.

Anheuser-Busch verfügt über die besten Vertriebskanäle des Landes und beeindruckt mit einem Ausstoß von 155 Millionen Hektoliter. Jedes zweite Bier, das Amerikaner trinken, kommt aus einer Anheuser-Busch-Brauerei.

Wie fest die Importeure im Sattel sitzen, zeigt die irische Kneipe O'Flanagan"s an der Ostseite Manhattans. Da gibt es neben Heineken, Beck's, und etlichen Importmarken seit ein paar Wochen auch "World Select" vom Fass als Promotion.

Barman Gerard Britton ist skeptisch. "Die machen genau den gleichen Fehler wie Coca-Cola vor ein paar Jahren mit der Einführung von New Coke. Niemand wollte das Zeug trinken", sagt Britton. Er geht davon aus, dass "World Select" schon in einem Jahr wieder verschwindet. Ein Gast stimmt zu: "Es fehlt die Würze".
(apa, red)

8.8.2003 09:24