RHI erwartet 2003 zumindest Vorjahresergebnis
- Dividendenzahlung derzeit nicht in Sicht
- Klage gegen Halliburton wegen Zahlungsverweigerung
Der Feuerfestkonzern RHI erwartet für das Gesamtjahr 2003 "zumindest ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2002" im operativen Bereich (Ebit) und unter dem Strich (Jahresergebnis). Priorität vor einer Dividendenzahlung habe eine weitere Eigenkapitalstärkung, sagte Konzernchef Helmut Draxler. Für 2003 sei davon auszugehen, dass RHI keine Dividende zahlen werde. Im ersten Sanierungsjahr nach dem Asbest-Desaster mit den US-Beteiligungen, 2002, hatte der RHI-Konzern ein Ebit von 85,2 Mio. Euro und einen Jahresüberschuss von 69,4 Mio. Euro. erreicht.
Der dominierende Bereich Feuerfest hat im ersten Halbjahr 2003 beim Umsatz 2 Prozent eingebüßt, währungsbereinigt ergab sich ein Plus um 2 Prozent, womit Weltmarktführer RHI (Weltmarktanteil 13 Prozent) Marktanteile gewinnen konnte, sagte Feuerfest-Vorstand Andreas Meier. Das Ebit wurde zum Halbjahr um 7 Prozent auf 59,2 Mio. Euro gesteigert, mit der Ebit-Marge von 11,5 Prozent liege RHI "im Spitzenfeld der Branche". Die Umsatz- und Ergebnissteigerung sei dank der guten Stahlkonjunktur in Europa möglich gewesen, die sich von der schwachen Allgemeinkonjunktur abgekoppelt habe.
Im 3. Quartal 2003 sei in der europäischen Stahlindustrie eine Lagerbereinigung zu erwarten, dank China werde aber die Welt-Stahlproduktion weiter ansteigen. Wie das 4. Quartal aussehen werde, sei derzeit aber noch nicht absehbar, sagte Meier.
In Nordamerika, wo RHI Ende 2001 all seine Beteiligungen entkonsolidiert, die sich unter Gläubigerschutz (Chapter 11) gestellt haben, befindet sich das Geschäft wieder im Aufwind. Nachdem schlagartig 400 Mio. Euro Umsatz aufgegeben wurden, betrug das Geschäftsvolumen 2002 in Kanada und den USA 141 Mio. Euro und soll heuer 150 Mio. Euro erreichen, bei einem Marktanteil von rund 10 Prozent. Bedient wird das US-Geschäft, wo RHI heuer eine neue Vertriebsgesellschaft gegründet hat, von je zwei Werken in Mexiko und Kanada aus.
Verfahren gegen Halliburton
Im Rahmen der Chapter-11-Verfahren hat RHI am 31. Juli 2003 dem Gericht in Pittsburgh die Reorganisationspläne für die entkonsolidierten US-Firmen NARCO (North American Refractories Co) und GIT (Global Industries Technologies Inc) vorgelegt. Diese werden jetzt von den an den Chapter-11-Verfahren beteiligten Parteien geprüft, wobei sich mit einem Vorbesitzer, Halliburton/Dresser, Probleme auftun, da der Konzern Zahlungsansprüche an RHI abgelehnt habe. Da aus RHI-Sicht klar erfüllte vertragliche Bedingungen vorliegen, wird gegen Halliburton bzw. deren Konzerngesellschaft Dresser eine Klage zur Eintreibung der fälligen Rate von 35 Mio. Euro eingebracht, kündigte Draxler an. Insgesamt gehe es bei Halliburton um Rückzahlungsansprüche der RHI von 120 Mio. Dollar und bei Honeywell um 60 Mio. Dollar.
Für RHI wären diese Rückzahlungen, die zur Eröffnung der Chapter-11-Verfahren Anfang 2002 mit Halliburton und Honeywell vereinbart wurden, ein wesentlicher Beitrag zur Eigenkapitalstärkung, wovon Draxler letztlich eine Dividendenausschüttung abhängig macht. (apa/red)
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben

