Donnerstag, 7. August 2003

Investitionen in Österreichs Schiene steigen wieder

  • Gute 1 Mrd. Euro für Bahnausbau 2004 ausgegeben
  • Schig warnt vor einer Kürzung der Mittel zum Bahnausbau

Österreich hat 2002 knapp 966 Mio. Euro, so viel wie noch nie, in Österreichs Schiene investitiert. Nach einem merklichen Rückgang im Jahr 2001 haben die Schieneninvestitionen damit im Vorjahr wieder kräftig um 15,7 Prozent angezogen. Heuer soll "eine gute Milliarde" in den Bahnausbau fließen.

Mit den verstärkten Investitionen steigt allerdings auch der Schuldenstand im österreichischen Bahnwesen. Die Verbindlichkeiten der Schieneninfrastrukturfinanzierungs-GmbH (Schig) sind im Vorjahr um 800 Mio. Euro auf 5,08 Mrd. Euro gestiegen. Heuer sollen wieder 700 Mio. Euro dazu kommen, und die Schig-Schulden sich damit der 6 Mrd. Euro-Marke annähern.

Finanziert werden über die Schig der Streckenneu- und -ausbau, Verkehrsknoten für den Güterverkehr, Bahnhöfe und Güterterminals, Lärmschutzeinrichtungen, Park & Ride-Anlagen und Investitionen zur Modernisierung des bestehenden Netzes. Wichtigste Projekte sind derzeit der viergleisige Ausbau der Westbahn, der zweigleisige Ausbau der Tauernbahn und der Lainzer Tunnel. Jüngst abgeschlossen wurden der Ausbau der Schnellbahnverbindung zwischen Wien und dem Flughafen Schwechat und der Güterterminal Werndorf (Steiermark).

Die Schig warnt vor einer Kürzung der Mittel zum Bahnausbau im Zuge der Bahnreform. "Unsere Sorge ist, dass die Mittel für Neuinvestitionen gekürzt werden. Das wäre aber ein Katastrophe", sagte Schig-Vorstand Helmut Falschlehner am Donnerstag. Derzeit werden 40 Prozent der Investitionen in die heimische Schiene aus dem so genannten Infrastrukturbenützungsentgelt (IBE) abgedeckt, das die ÖBB und private Bahnen für die Benützung der Gleise leisten müssen. (apa)

7.8.2003 12:53