EZB sieht Anzeichen für Konjunkturerholung
- Leitzins wurde abermals unverändert gelassen
- Erträge der Banken dürften allmählich ansteigen
Die Konjunktur in der Euro-Zone ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank auf dem Weg zur Erholung. Gleichzeitig bezeichnen die Währungshüter in dem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht die Aussichten für die Preisstabilität als weiterhin günstig und ihren geldpolitischen Kurs als angemessen.
Der EZB-Rat hatte den Leitzins von 2,00 Prozent am 31. Juli abermals unverändert gelassen, nachdem er erst im Juni um 50 Basispunkte auf den tiefsten Stand der Nachkriegszeit gesenkt worden war. "Jüngste wirtschaftliche und monetäre Daten bestätigten die Einschätzung, dass der gegenwärtige geldpolitische Kurs angemessen ist, denn die Aussichten für die Preisstabilität auf mittlere Sicht sind nach wie vor günstig", begründete die Notenbank nun den Zinsbeschluss.
Im ersten Halbjahr sei die Konjunktur wie erwartet verhalten geblieben. "Gleichzeitig besteht immer mehr Grund für die Erwartung, dass sich die Wirtschaftstätigkeit in der zweiten Jahreshälfte 2003 allmählich erholen und im Jahr 2004 festigen wird."
Vertrauen in der Wirtschaft stabil
Die EZB-Volkswirte weisen auf das stabilisierte Vertrauen in der Wirtschaft hin. Der preisdämpfende Euro-Anstieg werde den Konsum fördern, die niedrigen Zinsen dürften die Investitionen unterstützen. "Außerdem deutet immer mehr darauf hin, dass die Auslandsnachfrage zur Erholung im Euro-Währungsgebiet beitragen wird." Abwärtsrisiken für die Erholung bestünden weiter, "auch wenn sie in letzter Zeit etwas nachgelassen haben könnten".
Die Inflationsrate könnte in den kommenden Monaten der EZB zufolge etwas schwanken, unter anderem wegen möglicher Preisanstiege bei Nahrungsmitteln in Folge der extrem trockenen Witterung.
Erträge der Banken dürften allmählich steigen
Die Erträge der Banken im Euro-Raum dürften nach Ansicht der EZB im Zuge einer allmählichen Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte allmählich steigen.
"Dennoch gilt es wachsam zu bleiben, da die Banken gerade erst im Begriff sind, sich von einer zwei Jahre währenden recht schwierigen Phase zu erholen", mahnte die EZB. Nach der vierteljährlichen Erhebung der EZB verschärften die Geschäftsbanken im zweiten Quartal abermals die Richtlinien der Kreditvergabe leicht, wenn auch mit nachlassender Tendenz.
Voraussetzung für höhere Gewinne der Kreditinstitute sei eine niedrigere Verschuldung des Unternehmenssektors und eine nachhaltige Konjunkturbelebung. Noch gebe die finanzielle Lage der Unternehmen Anlass zur Sorge. Außerdem schlügen finanzielle Probleme bei Unternehmen und privaten Haushalten erfahrungsgemäß mit einem Jahr Verzögerung auf den Bankensektor durch. Deshalb sei es möglich, dass es trotz der bereits 2002 aufgestockten Risikovorsorge bei den Banken kurzfristig nochmal einen höheren Vorsorgebedarf gebe. (apa/red)
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