Mittwoch, 6. August 2003

ÖBB bestätigt NEWS: 1.500 Jobs werden heuer abgebaut

  • Zusätzlich 880 Mitarbeiter im Reinigungspersonal auf dem Prüfstand
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NEWS berichtete exklusiv, die ÖBB bestätigte die Meldung (siehe Kasten rechts): 12.000 der zuletzt noch 48.000 Bahnstellen sollen bis 2010 gestrichen werden. Schon heuer werden die ÖBB 1.500 Jobs streichen! Dies sei schon in früheren Mittelfristplanungen so vorgesehen gewesen, sagte ÖBB-Sprecher Rinofner am Mittwoch. Er bestätigte den entsprechenden Bericht in der brandneuen Ausgabe des Wochenmagazins NEWS.

Bewältigt werden soll dieser Abbau allein durch natürlichen Abgang - also durch die Nichtnachbesetzung frei werdender Posten.

Der Abbau hänge wesentlich von der Pensionsreform und der Angleichung der Pensionssysteme abhängen. Derzeit können ÖBB-Bedienstete unabhängig von ihrem Alter nach 36,5 Dienstjahren in Pension gehen. Nach der Reform könnte das Pensionsmindestalter auch für die ÖBB auf 61,5 Jahre angehoben werden. Unabhängig vom natürlichen Personalabgang prüfen die ÖBB aber auch bereits erste Ausgliederungen.

Finanzierungslücke trotz Reformplänen
Die Finanzierung der ÖBB steht trotz Reformplänen noch auf wackligen Füßen. In der Bilanz des österreichischen Bahnwesens klafft eine Finanzierungslücke von jährlich rund einer Mrd. Euro. Im Finanzministerium steht man "auf dem Standpunkt, dass die Reform der ÖBB effizienter gestaltet werden muss", hieß es aus dem Kabinett des Verkehrsstaatssekretärs Helmut Kukacka. Laut Kukacka ist der Personalabbau unumgänglich. Ein Sprecher von Finanzminister Grasser meinte am Mittwoch: "Die Strukturen müssen verändert werden, da machen wir Druck."

Bis 2010 zur Gänze privatisiert
Der oberste Eisenbahnergewerkschafter Haberzettl kritisiert die Pläne für die Strukturreform. Die Pläne des Ministeriums sehen unter dem Dach einer ÖBB Holding AG eine Infrastruktur AG, eine Personenverkehrs AG und eine Güterverkehrs AG vor. Haberzettl fürchtet, dass die Umsetzung der Pläne "den Tod des Unternehmens bedeuten würde". "Bis spätesten 2010" sei die Bahn "total zerfallen" und möglicherweise "zur Gänze privatisiert", wettert der Gewerkschafter. (apa/red)

6.8.2003 14:39