Deutschland ohne Jobs: Schon 4,352 Millionen Arbeitslose im Juli
- Grundlegende Besserung auf dem Arbeitsmarkt lässt auf sich warten
- Auch 2005 hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland
In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli saisonal bedingt mit 94.500 Arbeitslosen mehr auf 4.352.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg auf von 10,2 auf 10,4 Prozent. Im Vergleich zum Juli vergangenen Jahres beträgt der Anstieg 305.000.
Bei der Vorlage der Zahlen durch die Bundesanstalt für Arbeit sagte deren Vorstandsvorsitzender Florian Gerster am Mittwoch in Nürnberg, eine grundlegende Besserung auf dem Arbeitsmarkt lasse weiter auf sich warten. Die gesamtwirtschaftliche Schwäche belaste den Arbeitsmarkt.
In Bayern ist im Juli die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls angestiegen. Zum Monatsende waren 425.500 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 10.100 mehr als vor einem Monat und 60.600 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,4 auf 6,6 Prozent, teilte das Landesarbeitsamt am Mittwoch in Nürnberg mit.
Suche nach einer Lehrstelle wird schwieriger
Auch die Suche nach einer Lehrstelle wird für junge Leute in Deutschland immer schwieriger. Ende Juli waren 231.200 Bewerber noch nicht vermittelt. Zur selben Zeit gab es aber nur 83.500 unbesetzte Ausbildungsstellen, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg. Die rechnerische Differenz zwischen Bewerbern und offenen Stellen liege damit um 35.000 höher als im Vorjahr. Bis Ende September sei mit 50.000 bis 60.000 weniger gemeldeten Lehrstellen zu rechnen als im vergangenen Jahr.
Auch 2005 hohe Arbeitslosigkeit
Nach Einschätzung von Wirtschaftsforschern wird sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland trotz der erwarteten leichten Belebung der Konjunktur in den kommenden zwei Jahren nicht entscheidend verringern. Sogar noch 2005 werde die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt über vier Millionen liegen, sagte Konjunktur-Experte Jörg Hinze der "Berliner Zeitung".
Frühestens Mitte nächsten Jahres werde sich überhaupt erst die Lage am Arbeitsmarkt tendenziell bessern. Der Zeitung zufolge blieb in diesem Jahr die Wirkung der Hartz-Reform vergleichsweise gering. In dem als "Job-Floater" bekannten Programm Kapital für Arbeit seien bis Ende Juli 6.416 neue Beschäftigungsverhältnisse geschaffen worden, knapp 500 mehr als Ende Juni.
Nur jeder sechste Platz sei auf Ostdeutschland entfallen. Die deutsche Bundesregierung hatte ursprünglich mit bundesweit 50.000 neuen Beschäftigungsverhältnissen gerechnet.
(apa)
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