Dienstag, 5. August 2003

Arbeitswelt: Jeder 5. Beschäftigte will Job wechseln!

  • Hauptkündigungs-Gründe: Betriebsklima und Arbeitszeit
  • Arbeitgeber fühlen sich in schlechten Zeiten sicher und behandeln Angestellte schlechter

Auch in Zeiten eines schwierigen Arbeitsmarktes sind es nicht nur Arbeitgeber, die Kündigungen überlegen. Wie eine Studie der Universität Graz und des in der Kunden- und Mitarbeiterevaluierung tätigen Instituts "research-team" ergab, ist jeder fünfte Beschäftigte auf Suche nach einem neuen Job!

Sie sind unzufrieden mit den Arbeitszeiten und dem Betriebsklima und springen ab, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet. Umgekehrt werden immerhin 16 Prozent der Mitarbeiter aktiv von anderen Unternehmen abgeworben.

Wunsch nach Aus- und Weiterbildung
Als Hauptgründe für die Kündigung sind betriebliche Faktoren wie "Arbeitszeit" oder "Betriebsklima", aber auch "Arbeitsplatzsicherheit", "mangelnde Übereinstimmung mit dem Firmenkonzept" und "Mobbing". Der häufigste Kündigungsgrund zeigt sich im Wunsch nach Aus- und Weiterbildung.

"Gerade in kritischen Zeiten für Wirtschaft und Arbeitnehmer glauben viele Arbeitgeber, sie könnten sich sehr viel leisten und stellen Rücksichtnahme und Wertschätzung in den Hintergrund, nach dem Motto: 'Es muss ja jeder froh sein, überhaupt eine Arbeit zu haben'", resümiert Paul Jimenez, Leiter von "research-team". Das habe jedoch längerfristig negative Konsequenzen für den Betrieb, da die betroffenen Mitarbeiter entweder mit innerer Kündigung reagieren und dadurch weniger leisten, oder sie den Betrieb bei der nächstbesten Gelegenheit verlassen.

Psychologe Jimenez gibt zu bedenken, dass Fluktuation kostet: "Es müssen nicht nur neue MitarbeiterInnen gesucht und eingeschult werden, sondern Fluktuation bedeutet auch einen Verlust an Know-how, das im Laufe der Jahre aufgebaut wurde".
(apa, red)

5.8.2003 11:29