Selbstmord! - Koreanischer Hyundai-Asan-Chef ist tot
- 55-jähriger Manager stürzte zwölf Stockwerke tief aus seinem Büro-Fenster
- 89,5 Millionen Euro flossen nach Nordkorea

Aus verlorener Ehre hat der in einen Bestechungsskandal verwickelte Geschäftsführer des südkoranischen Unternehmens Hyundai Asan Montagfrüh dem Anschein nach Selbstmord begangen. Chung Mong Hun sei um 6.00 Uhr Ortszeit aus seinem Büro im zwölften Stockwerk des Firmensitzes in Seoul gestürzt, berichtete die Polizei.
Ein Passant entdeckte die Leiche des 55-jährigen Managers auf einem Parkplatz.
Wie der staatliche Fernsehsender KBS berichtete, hinterließ Chung ein Testament. Der Firmenchef war wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einer Schmiergeldaffäre angeklagt worden, in der Südkorea sich das Zustandekommen eines historischen Gipfeltreffens mit Nordkorea im Sommer 2000 erkauft haben soll.
Nach dieser als historisch gewerteten Begegnung des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung und des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il hatte sich herausgestellt, dass Nordkorea mit Finanzleistungen an den Verhandlungstisch gelockt wurde. Gegen Chung lief im Zusammenhang mit dieser Affäre ein Gerichtsverfahren.
89,5 Millionen Euro an Nordkorea
Der Anklage zufolge soll sein Unternehmen heimlich 89,5 Millionen Euro an Pjöngjang gezahlt haben. Dabei soll Chung die Bilanzbücher manipuliert haben, um diese Zahlungen zu verschleiern. Die Firmengruppe Hyundai soll der Regierung in Pjöngjang insgesamt knapp 448 Millionen Euro zukommen lassen haben, von denen einer unabhängigen Untersuchung zufolge ein Fünftel mit dem Gipfel "in Verbindung" stand. Der seinerzeitige Präsident Kim räumte im vergangenen Februar ein, die südkoreanische Regierung habe Hyundai eine Zahlung in Millionenhöhe an Nordkorea gestattet.
Chung Mong Hun war der vierte Sohn des inzwischen verstorbenen Hyundai-Firmengründers Chung Ju Young und Bruder von Chung Mong Koo, dem Chef des Autoherstellers Hyundai Motor. Zum Zeitpunkt seines Todes war er der Geschäftsführer von Hyundai Asan, das mehrere Joint Ventures mit dem kommunistischen Norden betreibt.
(apa, red)
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben

