Neue Welle der Gewalt in Afghanistan
- 40 Taliban-Kämpfer töten 7 Menschen
Eine neue Welle der Gewalt hat am Wochenende mehrere Provinzen Afghanistans erschüttert. Rund 40 mutmaßliche Taliban-Kämpfer hätten in der südafghanischen Provinz Helmand sechs afghanische Soldaten und einen einheimischen Mitarbeiter einer US- Hilfsorganisation getötet, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen (UNO) am Sonntag. Bei mehreren weiteren Angriffen wurden Menschen verletzt.
Die pakistanische Tageszeitung "The News" zitierte am Sonntag einen Taliban-Sprecher mit den Worten, Taliban-Kämpfer hätten in den vergangenen Wochen in einigen nördlichen Provinzen von den USA unterstützte afghanische Regierungstruppen angegriffen. Diese Angriffe sollten verstärkt und auf alle nördlichen Provinzen ausgedehnt werden. In der Provinz Farjab seien ein neuer Militärkommandeur und zwei Stellvertreter ernannt worden, um Truppen des Generals Abdul Raschid Dostum anzugreifen.
Ausweitung des NATO-Schutzmandates?
Die NATO stellte unterdessen eine Debatte über die Ausweitung des Mandats der ISAF-Schutztruppe über Kabul und Umgebung hinaus in Aussicht. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck kommt an diesem Montag nach Kabul zur Kommando-Übergabe der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) von Deutschland und den Niederlanden an die NATO. Vor dem Besuch wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt massiv erhöht. Bei dem Besuch des Ministers in Kabul vor sechs Monaten zur Kommandoübernahme durch Deutschland und die Niederlande war das Bundeswehr-Camp mit Raketen angegriffen worden.
Nach den Vorfällen stellten die Vereinten Nationen ihre Arbeit in Teilen von zwei betroffenen Provinzen ein. Zu der außergewöhnlich hohen Zahl von Angriffen auf Soldaten, Polizisten und Hilfsorganisationen kam es in den vergangenen Tagen, sie wurden aber erst jetzt bekannt. (apa)
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