Lottosucht der Italiener beunruhigt Politiker in Rom
- Parlamentarier wollen Jackpot Grenzen setzen
- Psychologen warnen vor negativen Effekten des Rekordgewinns
Die Lottosucht der Italiener, die seit Wochen vergebens dem Jackpot der Rekorde nachjagen, rückt in Rom zum politischen Thema auf. Hochrangige Vertreter der Opposition forderten die Verabschiedung eines Gesetzes, um dem Jackpot des in Italien äußerst beliebten "Superenalotto" eine Grenze zu setzen. Nachdem nach 43 Ziehungen in Folge niemand die sechs "goldenen" Zahlen erraten konnte, kletterte der Jackpot am Mittwochabend auf die Schwindel erregende Summe von 60 Millionen Euro.
"Die italienischen Staatskassen profitieren vom Lottofieber der Italiener. Vom Jackpot profitieren aber nur sehr wenige Menschen. Es ist daher besser dem Gewinn eine Grenze zu setzen und dafür die Preise für die Tipper zu erhöhen, die nur vier Nummern erraten haben", schlug der Parlamentarier der Linksdemokraten (DS) Giorgio Benvenuto vor.
Der Vizepräsident der Abgeordnetenkammer, Alfredo Biondi, forderte, dass der Super-Jackpot dem Gewinner in Raten ausgezahlt werde. "Man vermeidet so, dass der Sieger mit einer enormen Masse von Geld überflutet wird, was ein Schockerlebnis sein kann. Als Rechtsanwalt hatte ich einmal einen Mann betreut, dessen privates und berufliches Leben nach einem hohen Lottogewinn in die Brüche gegangen ist", so Biondi.
Psychologen warnen vor Folgen
Auch prominente Psychologen teilen Biondis Ansicht. "Einen Wahnsinns-Jackpot zu knacken, kann ein Leben ruinieren. Man muss daher an die Effekte eines derartigen Gewinnes denken. Das Leben der Sieger wandelt sich zu rasch, ohne dass dahinter ein Lebensprojekt steckt. Die konkrete Gefahr ist, dass das Glück sich rasch in etwas Gefährliches umwandelt", so die Psychologin Vera Slepoj. Angesichts der enormen Menge Geld drohe dem Glückspilz die Gefahr, die eigene Identität zu verlieren. Dies könne vor allem das Privatleben gefährden. (apa/red)
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