Briten und USA erörtern neue Irak-Resolution
- Vorverhandlungen könnten "in einigen Wochen" starten
Großbritannien und die USA erörtern nach britischen Angaben einen Entwurf für eine neue Irak-Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, um andere Staaten zu einer Beteiligung am Wiederaufbau des Landes zu bewegen. Erste Vorverhandlungen könnten in einigen Wochen beginnen. Beide Staaten wollten jedoch zuvor klären, auf welche Rolle der UNO Russland und Frankreich bestehen würden.
"Wir besprechen intern - und wir erörtern mit den Amerikanern - das mögliche Für und Wider", sagte der scheidende britische Sondergesandte für den Irak, John Sawers, der "Financial Times" (Montag-Ausgabe). Die britische und die US-Regierung hatten bisher erklärt, die bestehenden Irak-Resolutionen bildeten einen ausreichenden Rahmen für Hilfe beim Wiederaufbau.
Russland, Frankreich und Deutschland, die sich gegen den Krieg ausgesprochen hatten, haben dagegen eine neue Resolution gefordert. Die US-Regierung steht auch innenpolitisch unter Druck, die finanzielle und militärische Last des Irak-Einsatzes mit anderen Staaten zu teilen. Die etwa 148.000 US-Soldaten sind fast täglich Anschlägen ausgesetzt. Der Einsatz kostet die USA rund vier Milliarden Dollar pro Monat.
Russland macht die Entsendung von Friedenstruppen in den Irak von einem Mandat der Vereinten Nationen und der Bildung eines "legitimen Machtorgans" abhängig. Frankreich und Deutschland haben eine zentrale Rolle für die Vereinten Nationen bei der Stabilisierung und beim Wiederaufbau des Landes gefordert. US-Außenminister Powell hatte erklärt, die UNO-Nachkriegs-Resolution 1483 decke schon jetzt die Einbeziehung von anderen Staaten bei der Verwaltung und dem Wiederaufbau des Irak. (APA/red)
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