Montag, 4. August 2003

Parlamentswahl: 100 Prozent Zustimmung in Nordkorea

  • Staatliche Nachrichtenagentur berichtet von Freudentänzen
  • Sechser-Gespräche zu Nordkorea-Krise in Kürze in Peking

Ganz kamen sie an die letzte Wahl Saddam Husseins im Irak nicht heran, aber immerhin: Die nordkoreanische Führung hat ihr Volk mit einer Zustimmung von hundert Prozent ein neues Parlament wählen lassen. Dies hatte Saddam 2002 auch geschafft, damals wurde die Wahlbeteiligung jedoch mit 100 Prozent angegeben, in Nordkorea schaffte man "nur" 99,9 Prozent. Derweil bereitet sich Peking auf einen Sechser-Gipfel zur Nordkorea-Krise, der "in Kürze" stattfinden soll, vor.

Jeder der 687 Kandidaten für die Oberste Volksversammlung habe bei der Wahl am Sonntag die volle Zustimmung der Wähler erhalten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KNCA am Montag. Die Wahlbeteiligung wurde mit 99,9 Prozent angegeben. Nur jene Nordkoreaner, die im Ausland lebten oder auf See seien, hätten sich nicht an der Abstimmung beteiligt. Da es in Nordkorea keine legale Opposition gibt, hatte die Wahl eher rituellen Charakter. Es gab keine Gegenkandidaten.

Parteichef Kim Jong Il, der im Pjöngjanger Hauptstadtwahlkreis 649 angetreten war, bekam laut KCNA die Stimmen sämtlicher Wahlberechtigten. Die amtliche Agentur wertete dies als "Ausdruck des absoluten Vertrauens und der Unterstützung des Volks" für den seit dem Tod seines Vaters 1994 herrschenden Führer, der die Funktionen des Generalsekretärs der Arbeiterpartei und Oberkommandierenden der Streitkräfte ausübt. Das Volk unterstütze vor allem Kim Jong Ils Bemühungen um einen Ausbau der Militärmacht Nordkoreas, analysierte KCNA. Bei der Stimmabgabe hätten Wähler im ganzen Land "laut Revolutionslieder gesungen und vor Freude getanzt".

Nordkorea-Gespräche "in Kürze"
Die sechsseitigen Gespräche über den Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm werden nach Angaben Pjöngjangs in Kürze in Peking stattfinden. Das berichtete laut japanischen Medien die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums.

An den Gesprächen dürften neben den beiden koreanischen Staaten die USA, die Volksrepublik China, Japan und Russland teilnehmen. Laut Medienberichten aus Seoul erwartet Südkorea, dass die Gespräche Anfang kommenden Monats in Peking stattfinden werden. (APA/red)

4.8.2003 10:16