Montag, 4. August 2003

USA schlagen gegenüber Nordkorea sanfte Töne an

  • Außenminister Powell bietet Nichtangriffs-Zusage an

Die USA sind offensichtlich zu einer moderaten Kursänderung in ihrer Politik gegenüber Nordkorea bereit. US-Außenminister Powell erklärte sich am Mittwoch in Washington zu einer schriftlichen Zusage an Pjöngjang bereit, dass die USA keinen Angriff gegen das kommunistische Land planten.

"Wir streben eine neuartige Beziehung zu Nordkorea an", sagte Powell am Mittwoch vor Journalisten. Die Sechser-Gespräche zur Lösung des Atomstreits mit Nordkorea finden Chinas Außenministerium zufolge vom 27. bis 29. August in Peking statt. Über Zeit und Ort des Treffens war wochenlang spekuliert worden.

"Der Beginn der Sechsergespräche ist ein weiterer Schritt hin zu einer friedlichen Lösung der nordkoreanischen Atomfrage", teilte das Außenministerium am Donnerstag mit. An dem Treffen sollen neben Nordkorea und China auch die USA, Südkorea, Russland und Japan teilnehmen. Powell wies Medienberichte zurück, wonach die USA Nordkorea ein Angebot über wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen unterbreitet hätten, für den Fall, dass Nordkorea im Gegenzug auf sein umstrittenes Atomprogramm verzichtet.

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatte im vergangenen Oktober begonnen, nachdem das kommunistische Nordkorea US-Angaben zufolge zugegeben hatte, ein illegales Programm zur Herstellung von Atomwaffen zu betreiben. In Peking waren im April bereits Dreiergespräche mit den USA und Nordkorea ohne größere Ergebnisse zu Ende gegangen. Seitdem haben die USA darauf gedrängt, auch andere Länder der Region an Gesprächen über das Atomprogramm zu beteiligen. Nordkorea dagegen hatte stets auf bilaterale Gespräche mit den USA bestanden, zuletzt aber eingelenkt.

(apa)

4.8.2003 08:00