Montag, 4. August 2003

Zahlreiche Tote bei Explosionen in Pakistan und Indien

Zwei Explosionen haben am Sonntag in Pakistan und Indien Dutzende Menschen das Leben gekostet. Im nordpakistanischen Dorf Ghair kamen nach offiziellen Angaben 45 Menschen ums Leben, als im Privathaus eines Bauunternehmers gelagerter Sprengstoff explodierte. Weitere 150 Menschen wurden verletzt. Im Westen Indiens stürzten nach der Explosion eines Gaskochers drei Häuser ein. Mindestens 43 Menschen kamen ums Leben, 43 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Die Ursache der Explosion in Pakistan war nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums vermutlich ein Kurzschluss. Ein Dorfbewohner erklärte, das Holzhaus des Bauunternehmers habe gegen Mitternacht Feuer gefangen. Mehr als 200 Nachbarn seien herbeigeeilt, um beim Löschen zu helfen. Die Flammen hätten aber schließlich das Sprengstofflager erreicht. Unter den Toten waren neben dem Bauunternehmer zahlreiche Frauen und Kinder. Informationsminister Scheich Rashid Ahmed erklärte in Islamabad, der Sprengstoff sei für den Straßenbau genutzt worden. Die Regierung will die idyllische Bergregion, in der mit dem K-2 der zweithöchste Berg der Erde liegt, für Touristen zugänglicher machen.

Nach der Gasexplosion im westindischen Unionsstaat Gujarat hat sich die Zahl der Todesopfer auf 43 erhöht. Bis Montagfrüh seien 12 weitere Leichen aus den Trümmern der drei eingestürzten Häuser geborgen worden, teilte die Polizei in der Stadt Surat mit. Bei der Explosion, die sich in der Nacht zum Sonntag ereignet hatte, handelte es sich allem Anschein nach um einen Unfall. Im Erdgeschoss eines der drei betroffenen Gebäude befanden sich Werkstätten zur Bearbeitung von Diamanten. Dort wurden nach der Aussage von Anrainern Gasflaschen zum Antrieb der Schneide- und Poliermaschinen eingesetzt. Diese Methode ist in Indien weit verbreitet, obgleich sie gesetzeswidrig ist. (APA/red)

4.8.2003 07:43