Samstag, 9. August 2003

Djerba-Bombe: Rätsel um Terror-Ermittlungen in Kärnten

  • Dubiose Geldflüsse zwischen Kärnten und Pakistan
  • Kärntner Landesgericht dementiert Terror-Ermittlungen

Das Bundeskriminalamt in Wien (BKA) hat am Samstag dementiert, dass es im Zusammenhang mit dem Terroranschlag vor einem Jahr auf der tunesischen Insel Djerba Ermittlungen in Kärnten gegeben habe. "Es gab zwar Hausdurchsuchungen im Raum Klagenfurt", erklärte BKA-Sprecher Gerald Hesztera auf APA-Anfrage, "aber sie haben überhaupt nichts mit Terrorismus zu tun".

Wie die "Kleine Zeitung" am Samstag berichtete, stießen deutsche Behörden vor Kurzem auf dubiose Geldflüsse, die es zwischen Kärnten und Pakistan gegeben haben soll. Daraufhin sei an Österreich ein Rechtshilfeersuchen gestellt worden. Eine Spezialtruppe des Wiener Bundeskriminalamtes habe laut dem Bericht daraufhin zwei Hausdurchsuchungen im Raum Klagenfurt vorgenommen.

Hausdurchsuchungen bestätigt
Hesztera bestätigte zwar die Hausdurchsuchungen, allerdings habe es sich dabei um Kriminalermittlungen gehandelt. Es habe einen Verdacht auf Geldwäsche und illegale Geldflüsse gegeben. Derzeit gehe man aber bereits davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um legale Geschäfte gehandelt habe.

Hingegen hat die Sicherheitsdirektion für Kärnten den Bericht der "Kleinen Zeitung" im Großen und Ganzen bestätigt. "Er ist nicht aus den Fingern gesogen", erklärte Sicherheitsdirektor Albert Slamanig auf APA-Anfrage. Mehr könne er nicht sagen.

Beim Landesgericht Klagenfurt wurde erklärt, es gebe einen Akt auf Grund eines Rechtshilfeersuchens der deutschen Behörden. Dies habe aber "offensichtlich nichts mit El Kaida und Terror zu tun". Das Ergebnis der Hausdurchsuchungen vom Freitag sei noch nicht bekannt.

Der Anschlag auf eine Synagoge auf Djerba vom 11. April 2002, die der Terrororganisation El Kaida angelastet wird, hatte 19 Todesopfer gefordert. 14 von ihnen waren deutsche Touristen. (apa)

9.8.2003 11:10