Dienstag, 5. August 2003

Zwei Selbstmordversuche bei versuchter Abschiebung

  • Italiener wollte nicht zurück nach Deutschland
  • Zwei mal versuchte sich der Mann vor einen Zug zu werfen

Ein italienischer Staatsbürger hat Montagabend in Bischofshofen zwei Selbstmordversuche unternommen, als ihn Beamte der Fremdenpolizei per Zug nach Deutschland zurückschicken wollten. Der Mann war laut Gendarmerie Salzburg zuvor in St. Johann im Pongau wegen Schwarzfahrens aus einem Zug gewiesen worden. Da er sich nicht ausweisen konnte, wurde er festgenommen und der Fremdenpolizei übergeben.

Nach der Klärung seiner Identität wurde er von zwei Beamten auf den Bahnhof Bischofshofen gebracht, von wo er die Rückreise nach Deutschland antreten hätte sollen. Als der erste Zug um 19.20 Uhr nahte, versuchte der Italiener auf die Schienen zu springen. "Die beiden Beamten konnten ihn noch zurück halten und vorerst beruhigen", so ein Sprecher der Gendarmerie Salzburg zur APA.

Beim Eintreffen des nächsten Zuges wiederholte sich der Vorfall. Neuerlich wollte sich der Mann auf das Gleis werfen. "Er konnte nur durch Anwendung von Körperkraft davon abgehalten, aber nicht mehr beruhigt werden", erklärte der Sprecher. Der Italiener habe um sich geschlagen und sei auf die Beamten los gegangen. Erst durch den Einsatz von Pfefferspray und Mithilfe einer weiteren Gendarmeriestreife hätten ihm Handfesseln angelegt werden können. Er wurde dem Amtsarzt vorgeführt, der eine zwangsweise Einweisung in eine Psychiatrie in Salzburg verfügte.

Bei dem Gerangel auf dem Bahnsteig wurden drei Beamte unbestimmten Grades verletzt. Auch der Italiener erlitt Verletzungen unbestimmten Grades. Über den Grund der Rückweisung des italienischen Staatsbürgers nach Deutschland konnte die Gendarmerie in Salzburg keine näheren Auskünfte geben. (APA)

5.8.2003 07:52