Nicht vergessen, nicht ausgerissen! Bub wurde aus Deutschland abgeschoben
- 11-Jähriger vom Vater in den Bus gesetzt
- Abgeschobener bleibt vorerst in Österreich
Neue Wende im Fall um jenen elfjährigen Buben aus Ex-Jugoslawien: Der Bub war in der Nacht auf Sonntag auf der Tauernautobahn bei der Raststätte Feistritz/Drau (Bezirk Villach-Land) aufgegriffen worden: Rushid musste Deutschland verlassen, weil er keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr hatte. Dies gab die Fremdenpolizei der BH Villach Montag am Nachmittag bekannt. Dem entsprechen dürfte er doch nicht ausgerissen sein, wie ursprünglich angenommen.
Der Bub sei von seinem Vater in Aachen in den Bus nach Tetovo in Mazedonien gesetzt worden, als Begleitperson habe ein Bekannter fungiert, hieß es. An der slowenischen Grenze sei Endstation gewesen, weil der Pass abgelaufen war. Der Bekannte sei nach Mazedonien weiter gefahren und habe von dort aus den Vater verständigt.
Rushid selbst fuhr deshalb mit einem Bus, der in Richtung Deutschland unterwegs war, wieder zurück. In Feistritz/Drau stieg er aus und tischte das Märchen vom versäumten Bus und den schlafenden Eltern auf. Er wurde inzwischen ins Kinderheim nach Treffen bei Villach gebracht.
Bereits am Sonntag war Beamten der Autobahn-Gendarmerie aufgefallen, dass Rushid einen fröhlichen Eindruck macht. "So sieht niemand aus, den seine Eltern vergessen haben", sagte ein Gendarm.
Bei der Einvernahme durch die Fremdenpolizei am Montag gab der sehr gut Deutsch sprechende Bub zunächst an, er sei von zu Hause ausgerissen, um zu seiner in Tetovo lebenden Großmutter zu fahren. Seinem Vater habe er gesagt, das Wochenende bei einem Freund zu verbringen. Daher sei seine Abwesenheit zu Hause in Aachen nicht aufgefallen.
Inzwischen war in Deutschland bekannt geworden, dass der Elfjährige keine Aufenthaltsberechtigung mehr besitzt und deshalb das Land verlassen musste. Rushid wird deshalb bis auf weiteres im Heim in Treffen bleiben. (APA/red)
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