Mittwoch, 30. Juli 2003

Streit um "austria.info" führte bis vors Strafgericht

  • Küchengehilfe gegen Österreich Werbung
  • 31-Jähriger soll virenverseuchte Mails verschickt haben

Tief ins manchmal undurchschaubare taucht man bei einem Prozess im Wiener Straflandesgericht ein. Ein 31-jähriger Küchengehilfe hatte sich dort wegen Täuschung und Datenbeschädigung zu verantworten. Im Streit um die Rechte an der Domain "austria.info" soll der Mann zunächst unter falschem Namen E-Mails fabriziert haben. Später verschickte er laut Anklage auch noch virenverseuchte Mails.

Unter dem Link www.austria.info bewirbt die Österreich Werbung im Internet die touristischen Reize der Alpenrepublik. Dabei hatte es eine Weile so ausgesehen, als hätte ein anderer die Rechte an der eingängigen und daher begehrten Adresse: In Gänserndorf lebt ein in der Gastronomie tätiger Computer-Spezialist, der die Domain "austria.info" im Jahr 2000 bei einer Internet-Lotterie gewonnen haben will.

"Die Österreich Werbung hat meine Rechte missbraucht", behauptete der Küchengehilfe in seinem Verfahren. Deswegen habe er unter dem Namen eines Wiener Rechtsanwalts, der für die Österreich Werbung arbeitete, Mails verfasst, in denen er zunächst ein anhängiges Schlichtungsverfahren "abzubiegen" versuchte. Später ersuchte er als vermeintlicher Advokat, man möge die Domain überhaupt sperren.

Virus wurde verschickt
Dem Rechtsbeistand der Österreich Werbung verseuchte E-Mails gesandt zu haben, stellte der Mann in Abrede. Ein Virus hatte im Dezember 2001 die Computeranlage des Anwalts lahm gelegt, gespeicherte Daten wurden vernichtet. Der dadurch entstandene Schaden soll sich auf mindestens 3.000 Euro belaufen.

"Der Beschuldigte hat die Domain bei einer Verlosung nur deshalb bekommen, weil er unrichtige Angaben gemacht hat", erklärte ein Vertreter der Österreich Werbung nach der Verhandlung. Das Schlichtungsverfahren gewann die Österreich Werbung aus formalen Gründen. (apa/red)

30.7.2003 13:02