Polizei muss Internet-Fotogalerie modifizieren
- Mutmaßliche G-8 Randalierer wurden als "Kriminelle" tituliert
Nach der Kritik an ihrer Internet-Fotogalerie mutmaßlicher G-8-Randalierer hat die Genfer Polizei den Ton ihres Fahndungsaufrufs gedämpft. Das Wort "Kriminell" wurde gestrichen, nicht aber die Bezeichnung "erwiesene Randalierer". Verschiedene Rechtsexperten hatten sich daran gestoßen, dass die Polizei die Gesuchten im Begleittext zu den Fahndungsfotos als "Kriminelle" bezeichnete, obwohl die Betroffenen nicht verurteilt waren. Neu lautet der Satz neutraler: "Unser Wille ist es, diese Personen nicht ungestraft zu lassen".
Vor kurzem stellte sich ein Schweizer Attac-Mitglied der Genfer Polizei zur Einvernahme. Der Mann hatte sein Foto auf der Internet-Seite entdeckt und vor den Medien seine Unschuld beteuert. Er habe zwar an Demonstrationen teilgenommen, sei aber nicht an Gewaltakten beteiligt gewesen. Sein Anwalt will gegen die Polizei eine Klage wegen übler Nachrede oder Verleumdung einreichen.
Der 32-jährige Globalisierungskritiker war am Tag der grossen Anti-G-8-Kundgebung von einem Journalisten der Neuenburger Zeitungen "L'Express" und "L'Impartial" begleitet worden. In einem am nächsten Tag erschienen Artikel hatte der Mann Vandalismus und Gewaltakte verurteilt. Zur Einvernahme wurde der Mann von rund einem Dutzend Sympathisanten ins Polizeigebäude begleitet. Dabei musste sich die gesamte Gruppe einer Identitätskontrolle unterziehen, wie eine Begleiterin erklärte. (apa/red)
